Erfolgsmodell Freizeitticket

V.l.: Univ.-Prof. Dr. Martin Schnitzer (Leiter des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck), Thomas Schroll (Vorsitzender und Initiator des Freizeittickets Tirol), Johannes Anzengruber (Bürgermeister der Stadt Innsbruck) und Reinhard Klier (Sprecher der Tiroler Seilbahnen).
© Jan Hetfleisch
Das Freizeitticket Tirol feiert heuer 20-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum wurde im Rahmen einer Pressekonferenz auf die Entwicklung des Angebots geblickt und eine aktuelle Studie zum Nutzungsverhalten präsentiert. Die Karte, die heute 32 Bergbahnen und Kleinlifte, 13 Eislaufplätze, 14 Freibäder und Badeseen, 4 Hallenbäder, 12 Kulturpartner und 51 Bonuspartner in ganz Tirol umfasst, war im Anfangsjahr noch als Wintersaisonkarte für die Region Innsbruck konzipiert: 2006 konnten die damals 2.900 Nutzer:innen damit die Skigebiete Patscherkofel, Mutterer Alm und Nordkette besuchen. Mit der kontinuierlichen Erweiterung zur Ganzjahreskarte mit tirolweitem Angebot stieg die Zahl der Nutzer:innen zuletzt auf 71.600. „Im Mittelpunkt stand von Anfang an die Frage, wie wir den Menschen in Tirol ein attraktives und leistbares Freizeitangebot machen können. Dass sich daraus über 20 Jahre ein so starkes Netzwerk entwickelt hat, ist vor allem dem Vertrauen und der Bereitschaft unserer Partner zu verdanken“, sagt Thomas Schroll, Vorsitzender und Initiator des Freizeittickets Tirol.
Intensive Nutzung
Wie erfolgreich die Verbundkarte ist, unterstreicht eine aktuelle Studie der Universität Innsbruck unter Besitzer:innen des Freizeittickets: 62 Prozent der Befragten nutzen das Ticket mindestens einmal pro Woche. Besonders interessant aus touristischer Sicht: 90,4 Prozent gaben an, tourismusnahe Freizeitangebote in der Region durch das Ticket häufiger zu nutzen, und 71,3 Prozent besuchen Anbieter, die sie ohne Freizeitticket nicht besucht hätten. Jeweils mehr als 70 Prozent der Befragten sagen außerdem, dass sie die Sommer- und Winterbergbahnen ohne das Freizeitticket seltener oder gar nicht nutzen würden. Auch die Zufriedenheitswerte sind hoch: 67,3 Prozent wollen auch heuer wieder ein Freizeitticket kaufen, die durchschnittliche Weiterempfehlungsrate liegt bei 8,14 von 10 Punkten. Besonders geschätzt werden die ganzjährige Gültigkeit, das breite Angebot und der einfache Zugang zu Sport- und Freizeitangeboten.
Leistbarer Wintersport
Im Zusammenhang damit hob Reinhard Klier, Sprecher der Tiroler Seilbahnen, die Bedeutung des Freizeittickets und vergleichbarer Angebote für den Skisport hervor: „Für Einheimische und Vielfahrer sind vor allem regionale Verbundkarten, Jahreskarten und Kooperationen relevant. Sie bieten Familien und regelmäßigen Nutzer:innen einen attraktiven Zugang und sind ein wichtiger Beitrag zur Leistbarkeit des Skisports.“ Die öffentliche Wahrnehmung werde häufig von einzelnen Tagestarifen renommierter Skigebiete geprägt, was allerdings wenig mit der Realität für Einheimische zu tun habe, für die regionale Verbundkarten den leistbaren Zugang sichern. Die Skigebiete selbst profitieren ebenfalls von Verbundkarten: Wer in ein Verbundsystem integriert ist, erhalte zusätzliche Nachfrage, was besonders für kleinere Skigebiete relevant sei – und dadurch bleibe Wintersport wiederum auch an kleineren Standorten möglich.