Drei schöne Orte auf der Welt (außerhalb Österreichs):
Ich beginne nah an meiner Heimat Osttirol: Istrien. Landschaftlich besonders beeindruckt haben mich auch Südafrika (speziell Kapstadt und die sogenannte Garden Route) sowie in Europa die Azoren.
Letzter Urlaub (wo und wann):
Ende Oktober waren wir in Istanbul. Jetzt im Winter fühlt sich jeder Ski-, Skitouren- und Rodeltag bei uns wie Urlaub an.
Die größten Tugenden im Tourismus sind:
Tourismus(-reisen) schafft es, Menschen zusammenzubringen und Gastfreundschaft zu leben. Ich finde es immer wieder spannend, wie gerade auch in multikulturellen Hot-Spots zahlreiche Kulturen, Religionen, Sprachen zueinanderfinden und friedlich die Zeit genießen.
Die größten Sünden im Tourismus sind:
Ein Raubbau an der Natur und „falsche“ Gastfreundschaft.
Die beste Idee im Tourismus der letzten fünf Jahre:
Auf nationaler, tourismuspolitischer Ebene über Grenzen des Tourismus (räumlich, Nächtigungen, Qualität, ...) nachzudenken und entsprechende Strategien zu entwickeln, sowie damit einhergehend eine Nachhaltigkeit und Akzeptanz des Tourismus zu erreichen.
Tourismus ist erfolgreich, wenn:
die lokale Bevölkerung mitgeht, entsprechend eingebunden ist und ein lokaler/regionaler Wertschöpfungskreislauf entsteht.
Die größte Herausforderung für den Nationalpark Hohe Tauern ist:
abseits von den Herausforderungen im Naturschutz – um im Sinne der Nationalparkidee diese eindrucksvolle Landschaft für zukünftige Generationen zu erhalten – der Klimawandel. Dieser betrifft auch mit Bezug zum Tourismus sehr stark unsere alpine Infrastruktur. Gerade im Hochgebirge werden in der Wegerhaltung und Hüttenbewirtschaftung einige Herausforderungen auf uns zukommen.
So meistern wir aktuelle Herausforderungen den Klimawandel betreffend:
Leider bleibt oft nur ein schnelles Reagieren mit entsprechendem Mitteleinsatz – beispielsweise bei Problemen mit der alpinen Infrastruktur. Parallel versuchen wir als Nationalpark über Forschungsprojekte mehr Wissen über kommende Herausforderungen zu generieren. Das Aufgabenspektrum ist groß und umfasst beispielsweise auch den Wildtierbestand und die Wasserversorgung von Hütten.
Das kann ich mir von meinem Vorgänger Hermann Stotter abschauen:
Hermann zeichnet sich durch eine sehr beständige – oder tirolerisch besser hartnäckige – Arbeit an den wesentlichen Zielen eines Nationalparks aus, auch wenn manches ein wenig Zeit braucht (im Naturschutz reden wir da oft von Jahren). Modern würde man sagen: Er steht für Management mit Weitblick und langfristigen Zielen – und das mit Handschlagqualität. Nur so ist es gelungen, dass der Nationalpark Hohe Tauern seit der Gründung zu diesem international anerkannten Vorzeigenationalpark in zahlreichen Arbeitsbereichen wurde und von der Region getragen wird.
Diese Erfahrung meiner langjährigen Tätigkeit als Nationalpark-Mitarbeiter half mir in meiner neuen Position bisher am meisten:
Ich konnte in den letzten 21 Jahren nicht nur die Region kennen und lieben lernen, sondern auch in zahlreichen Arbeitsfeldern eines Nationalparks Projekte umsetzen und damit viel Erfahrung sammeln – damit verbunden auch eine breite Vernetzung mit Stakeholdern in der Region bis zu Behörden, Ministerien und NGOs. Zu wissen, wen man kontaktieren muss, und einen „direkten Draht“ zu haben, macht die Arbeit einfacher.
Das motiviert mich an einem schlechten Tag:
Dass es uns im Vergleich zu vielen anderen Menschen auf der Erde, die mit Armut, Hunger, Kriegen etc. leben müssen, extrem gut geht!
Das gibt mir Energie für meine Arbeit:
Ich tanke einerseits sehr gerne Energie im Freien und beim Sport – egal ob am Rad, im Wasser, am Berg oder auch beim Brennholz schneiden im Wald. Andererseits auch beim Genießen, und das fängt schon am Herd an: Ich bin leidenschaftlicher Hobbykoch und freue mich, wenn ich meine Lebensgefährtin sozusagen bewirten darf – und wie jeder Gastwirt und Koch freut man sich über ein positives Feedback.
Der beste Ratschlag, den ich je bekommen habe, war:
„Gib den Dingen Zeit.“ Als jemand, der gerne zügig Ideen und Projekte umsetzt, ist dieser Ratschlag speziell bei der Arbeit im Naturschutz und mit zahlreichen Stakeholdern immer in meinem Hinterkopf. Es ist mir wichtig, dass man alle entsprechend einbindet und Dinge reifen lässt.
Was mir neben meiner Arbeit besonders wichtig ist:
Meine Lebensgefährtin und ich versuchen, in unserer Freizeit auch etwas an die Gesellschaft zurückzugeben. Ich bin seit meinem Zivildienst (doch schon einige Zeit her) freiwillig als Sanitäter beim Roten Kreuz aktiv und versuche weiterhin, meine Dienste verlässlich zu machen und damit etwas für die Gesellschaft zu leisten.
So entspanne ich mich in meiner Freizeit am besten:
Bewegung im Freien, speziell auch am Fahrrad oder im Winter auf der Piste. Außerdem nehme ich mir gerne mal die eine oder andere Stunde Zeit, einen guten Podcast zu hören.