Zum Hauptinhalt springen
12. Februar 2026

Nachgefragt: Katharina Bürgel

15 Fragen an Katharina Bürgel

Nachgefragt: Katharina Bürgel

© Rosi Gmachl-Mariacher

Drei schöne Orte auf der Welt (außerhalb Österreichs):

London begeistert mich durch seine kulturelle Vielfalt und Dynamik, Italien durch Lebensqualität, Kulinarik und Stil – und Budapest, das ich demnächst mit meiner Klasse besuchen werde, ist eine Stadt, die touristisch wie historisch enorm spannend ist und viel Lernpotenzial bietet.

Letzter Urlaub (wo und wann):

Ein kurzer Urlaub im letzten Jahr in Österreich – bewusst gewählt, weil ich die Qualität, die Verlässlichkeit und die Vielfalt im heimischen Tourismus sehr schätze.

Die größten Tugenden im Tourismus sind:

Qualitätsbewusstsein, Respekt gegenüber Menschen und Umwelt sowie ein ehrlicher Umgang mit Ressourcen.

Die größten Sünden im Tourismus sind:

Gedankenlosigkeit, kurzfristiges Denken, das Ausblenden sozialer und ökologischer Folgen – und insbesondere der respektlose Umgang mit Mitarbeitenden, die oft überlastet, schlecht entlohnt oder nicht ausreichend wertgeschätzt werden.

Die beste Idee im Tourismus der letzten fünf Jahre:

Die stärkere Fokussierung auf Qualität, Nachhaltigkeit und Regionalität – auch wenn deren Umsetzung weiterhin konsequent eingefordert werden muss.

Tourismus ist erfolgreich, wenn ...

... er mehr leistet als gute Auslastungszahlen. Er muss Gästen echte Qualität und Erholung bieten, den Menschen vor Ort faire Arbeitsbedingungen und Perspektiven ermöglichen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit Natur, Kultur und Infrastruktur umgehen. Nachhaltiger Erfolg entsteht dort, wo wirtschaftliche Interessen, soziale Verantwortung und langfristige Entwicklung in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Die größte Herausforderung für eine Tourismusschule ist:

Schülerinnen und Schüler für eine dynamische Branche zu qualifizieren und gleichzeitig Haltung, Verantwortungsbewusstsein und Freude am Beruf zu vermitteln.

Das hätte ich gerne gewusst, als ich den Job als Schulleiterin angenommen habe:

Wie viel Zeit Gespräche, Abstimmungen und Aufgaben in Anspruch nehmen, an die man vor Übernahme der Funktion kaum denkt – und wie sehr gute Führung davon lebt, aufmerksam wahrzunehmen, was zwischen den Zeilen gesagt wird.

Auf diese Errungenschaft in meiner bisherigen Zeit als Schulleiterin bin ich besonders stolz:

Auf die Weiterentwicklung der Schule als Ort, an dem fachliche Kompetenz, Persönlichkeitsbildung und Praxisnähe gleichermaßen wichtig sind.

So hat sich meine Perspektive auf die Schule als Schulleiterin verändert:

In meiner noch jungen Zeit als Schulleiterin hat sich mein Blick auf Schule stark erweitert – weg vom eigenen Unterricht hin zu Gesamtzusammenhängen, Entwicklung und Führung.

Das motiviert mich an einem schlechten Tag:

Die Arbeit mit jungen Menschen, der Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen – und oft auch ein gutes Gespräch, ein Lächeln oder die Unterstützung von Familie und Freunden.

Das gibt mir Energie für meine Arbeit:

Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, erfolgreiche Unterrichtsmomente und das Gefühl, gebraucht zu werden. 

Der beste Ratschlag, den ich je bekommen habe, war:

Gelassen zu bleiben und sich auf das zu konzentrieren, was man wirklich beeinflussen kann.

Was mir neben meiner Arbeit besonders wichtig ist:

Zeit für mein privates Umfeld, Ausgleich durch Sport und kleine Alltagsmomente – auch zuhause.

So entspanne ich mich in meiner Freizeit am besten:

Mit einer guten Serie oder einem guten Film, beim Sport – und natürlich in Gesellschaft meiner Lieben.

Zur Person: 

 

Katharina Bürgel ist seit 1. September 2025 Schulleiterin der Zillertaler Tourismusschulen und des BORG Zillertal. In ihren 21 Jahren an der Schule hat sie Mathematik und Angewandte Mathematik unterrichtet und war in den vergangenen 11 Jahren in der Administration tätig.

Text: Lisa Schwarzenauer