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Nachgefragt: Florian Jurgeit

Nachgefragt: Florian Jurgeit

15 Fragen an Florian Jurgeit

Jurgeit_martinlugger_np_0077 Nachgefragt – Saison Tirol - Seite #2

© Martin Lugger

Drei schöne Orte auf der Welt (außerhalb Österreichs):

Ich beginne nah an meiner Heimat Osttirol: Istrien. Landschaftlich besonders beeindruckt haben mich auch Südafrika (speziell Kapstadt und die sogenannte Garden Route) sowie in Europa die Azoren.

Letzter Urlaub (wo und wann):

Ende Oktober waren wir in Istanbul. Jetzt im Winter fühlt sich jeder Ski-, Skitouren- und Rodeltag bei uns wie Urlaub an.

Die größten Tugenden im Tourismus sind:

Tourismus(-reisen) schafft es, Menschen zusammenzubringen und Gastfreundschaft zu leben. Ich finde es immer wieder spannend, wie gerade auch in multikulturellen Hot-Spots zahlreiche Kulturen, Religionen, Sprachen zueinanderfinden und friedlich die Zeit genießen.

Die größten Sünden im Tourismus sind:

Ein Raubbau an der Natur und „falsche“ Gastfreundschaft.

Die beste Idee im Tourismus der letzten fünf Jahre:

Auf nationaler, tourismuspolitischer Ebene über Grenzen des Tourismus (räumlich, Nächtigungen, Qualität, ...) nachzudenken und entsprechende Strategien zu entwickeln, sowie damit einhergehend eine Nachhaltigkeit und Akzeptanz des Tourismus zu erreichen.

Tourismus ist erfolgreich, wenn:

die lokale Bevölkerung mitgeht, entsprechend eingebunden ist und ein lokaler/regionaler Wertschöpfungskreislauf entsteht.

Die größte Herausforderung für den Nationalpark Hohe Tauern ist:

abseits von den Herausforderungen im Naturschutz – um im Sinne der Nationalparkidee diese eindrucksvolle Landschaft für zukünftige Generationen zu erhalten – der Klimawandel. Dieser betrifft auch mit Bezug zum Tourismus sehr stark unsere alpine Infrastruktur. Gerade im Hochgebirge werden in der Wegerhaltung und Hüttenbewirtschaftung einige Herausforderungen auf uns zukommen.

So meistern wir aktuelle Herausforderungen den Klimawandel betreffend:

Leider bleibt oft nur ein schnelles Reagieren mit entsprechendem Mitteleinsatz – beispielsweise bei Problemen mit der alpinen Infrastruktur. Parallel versuchen wir als Nationalpark über Forschungsprojekte mehr Wissen über kommende Herausforderungen zu generieren. Das Aufgabenspektrum ist groß und umfasst beispielsweise auch den Wildtierbestand und die Wasserversorgung von Hütten.

Das kann ich mir von meinem Vorgänger Hermann Stotter abschauen:

Hermann zeichnet sich durch eine sehr beständige – oder tirolerisch besser hartnäckige – Arbeit an den wesentlichen Zielen eines Nationalparks aus, auch wenn manches ein wenig Zeit braucht (im Naturschutz reden wir da oft von Jahren). Modern würde man sagen: Er steht für Management mit Weitblick und langfristigen Zielen – und das mit Handschlagqualität. Nur so ist es gelungen, dass der Nationalpark Hohe Tauern seit der Gründung zu diesem international anerkannten Vorzeigenationalpark in zahlreichen Arbeitsbereichen wurde und von der Region getragen wird.

Diese Erfahrung meiner langjährigen Tätigkeit als Nationalpark-Mitarbeiter half mir in meiner neuen Position bisher am meisten:

Ich konnte in den letzten 21 Jahren nicht nur die Region kennen und lieben lernen, sondern auch in zahlreichen Arbeitsfeldern eines Nationalparks Projekte umsetzen und damit viel Erfahrung sammeln – damit verbunden auch eine breite Vernetzung mit Stakeholdern in der Region bis zu Behörden, Ministerien und NGOs. Zu wissen, wen man kontaktieren muss, und einen „direkten Draht“ zu haben, macht die Arbeit einfacher.

Das motiviert mich an einem schlechten Tag:

Dass es uns im Vergleich zu vielen anderen Menschen auf der Erde, die mit Armut, Hunger, Kriegen etc. leben müssen, extrem gut geht!

Das gibt mir Energie für meine Arbeit:

Ich tanke einerseits sehr gerne Energie im Freien und beim Sport – egal ob am Rad, im Wasser, am Berg oder auch beim Brennholz schneiden im Wald. Andererseits auch beim Genießen, und das fängt schon am Herd an: Ich bin leidenschaftlicher Hobbykoch und freue mich, wenn ich meine Lebensgefährtin sozusagen bewirten darf – und wie jeder Gastwirt und Koch freut man sich über ein positives Feedback.

Der beste Ratschlag, den ich je bekommen habe, war:

„Gib den Dingen Zeit.“ Als jemand, der gerne zügig Ideen und Projekte umsetzt, ist dieser Ratschlag speziell bei der Arbeit im Naturschutz und mit zahlreichen Stakeholdern immer in meinem Hinterkopf. Es ist mir wichtig, dass man alle entsprechend einbindet und Dinge reifen lässt.

Was mir neben meiner Arbeit besonders wichtig ist:

Meine Lebensgefährtin und ich versuchen, in unserer Freizeit auch etwas an die Gesellschaft zurückzugeben. Ich bin seit meinem Zivildienst (doch schon einige Zeit her) freiwillig als Sanitäter beim Roten Kreuz aktiv und versuche weiterhin, meine Dienste verlässlich zu machen und damit etwas für die Gesellschaft zu leisten.

So entspanne ich mich in meiner Freizeit am besten:

Bewegung im Freien, speziell auch am Fahrrad oder im Winter auf der Piste. Außerdem nehme ich mir gerne mal die eine oder andere Stunde Zeit, einen guten Podcast zu hören.

Zur Person: 

Florian Jurgeit ist seit September 2025 ist Direktor des Nationalparks Hohe Tauern. Der in Kitzbühel und im Brixental aufgewachsene Naturbegeisterte absolvierte nach der Matura und dem Zivildienst das Diplomstudium Geografie an der Universität Innsbruck. Bereits seit 2004 ist er fixer Bestandteil des Teams rund um Tirols einzigen Nationalpark.


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Nachhaltigkeit, Interview, Tourismuspolitik, Tourismusgesinnung

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Nachgefragt: Björn Scherer

Nachgefragt: Björn Scherer

15 Fragen an Björn Scherer

Scherer_credit_Tiroler Zugspitz Arena Nachgefragt – Saison Tirol - Seite #2

© Tiroler Zugspitz Arena

Drei schöne Orte auf der Welt (außerhalb Österreichs):
Sansibar, Antelope Canyon in Arizona und – ohne Berge geht‘s nicht – die Dolomiten


Letzter Urlaub (wo und wann):
Juli 2025 an der Nordsee


Die größten Tugenden im Tourismus sind:
Innovationsgeist und Anpassungsfähigkeit: Seit Aufkommen des Tourismus im 19. Jahrhundert wurden die verschiedensten Herausforderungen gemeistert – von der Erschließung der Berge, der ständigen Weiterentwicklung der Unterkünfte, Weltkriegen bis hin zu Pandemien. Der Tourismus blickt optimistisch in die Zukunft und ist eine treibende Kraft in unserem Land.


Die größte Sünde im Tourismus ist:
in alten Mustern und Denkweisen gefangen zu sein und sich nicht mit der ständigen Weiterentwicklung zu beschäftigen. Das Freizeit- und Urlaubsverhalten wird sich ständig verändern, Saisonzeiten ändern und verschieben sich. Trotz aller Weiterentwicklung und Anpassung ist aber auch die Authentizität meiner Meinung nach unbedingt notwendig. Wir sind nicht nur Urlaubsraum, sondern auch Arbeits- und vor allem auch Lebensraum, dies gilt es miteinander zu verbinden und gegenseitig voneinander in allen Bereichen zu profitieren.


Die beste Idee im Tourismus der letzten fünf Jahre:
Ich gehe noch deutlich weiter zurück in die Vergangenheit: Im Jahr 1926 wurde die Tiroler Zugspitzbahn als zweite Seilbahn Österreichs eröffnet. Dies startete die Entwicklung zu einem alpinen Tourismusstandort, zog schon zur damaligen Zeit Sommer- und Wintergäste an und schuf großes Potential für die lokale Wirtschaft (Hotels, Gastronomie, Handwerk). In den vergangenen Jahrzehnten konnte sich die gesamte Region stetig weiterentwickeln und zählt nun zu den Top 10 der nächtigungsstärksten Tourismusverbände in Tirol.


Tourismus ist erfolgreich, wenn:
die Gäste die Angebote annehmen, für entsprechende Übernachtungen und Wertschöpfung sorgen und dies noch im Einklang mit der heimischen Bevölkerung erfolgt.


Die größte Herausforderung für die Tiroler Zugspitz Arena ist:
das Spannungsfeld zwischen heimischer Bevölkerung, Urlaubsgästen und Tagesgästen unter einen Hut zu bringen. Wie in vielen Regionen hat der Tagestourismus, zum Großteil mit der Anfahrt mit dem eigenen PKW, in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Dies führt zu Verkehrs- und Parkplatzproblemen und Unmut bei der Bevölkerung. In diesem Bereich ist das Zusammenspiel der Beteiligten gefragt, um für alle eine akzeptable Lösung zu finden.


Von diesen Erfahrungen und Kompetenzen aus meiner vorherigen Funktion kann ich in meiner aktuellen Position profitieren:
Wir befinden uns trotz aller technischen Weiterentwicklungen nach wie vor im Austausch mit Menschen. Zuhören und auf Augenhöhe die Gespräche zu führen, hat mir in den ersten Monaten sehr gut geholfen.


So fühlt es sich an, Geschäftsführer des Tourismusverbandes in der eigenen Heimat zu sein:
Es erfüllt mich mit einem gewissen Stolz. Nachdem im Frühjahr 2025 die Entscheidung gefallen ist, war ich auf einem unserer Berge, bei bestem Wetter und mit herrlichem Weitblick. Meine Gedanken waren: Für diese Region kann ich nun arbeiten und trage auch ein Stück Verantwortung für die Weiterentwicklung in den nächsten Jahren.


Diese Vorhaben konnte ich in meiner neuen Position bereits umsetzen:
Wir befinden uns derzeit mitten im Strategieprozess für die nächsten Jahre. Es ist natürlich ein großer Vorteil, von Beginn an mitarbeiten zu können. Die ersten Weichenstellungen sind bereits erfolgt, in den nächsten Monaten erfolgt die detaillierte Ausarbeitung und dann können wir im Anschluss auch mit der Kommunikation der Ausrichtung für die nächsten Jahre starten.


Das motiviert mich an einem schlechten Tag:
Ich bin umgeben von motivierten und qualifizierten Mitarbeiter:innen und Funktionär:innen. Wir arbeiten sehr gut zusammen und können die Qualifikationen und Vorzüge gegenseitig nutzen.


Das gibt mir Energie für meine Arbeit:
In unserer Natur gibt es so viele schöne Plätze und Möglichkeiten, Kraft zu schöpfen, sei es ein Sonnenaufgang auf den Bergen, ein kleiner Gebirgsbach, der vor sich hinplätschert oder auch eine faszinierende Pflanze, die an einem unwirtlichen Platz strahlt.


Der beste Ratschlag, den ich je bekommen habe, war:
„Überdenke regelmäßig, was du tust, und lerne, den Moment zu genießen.“


Was mir neben meiner Arbeit besonders wichtig ist:
Meine Familie ist mir besonders wichtig. Die gemeinsame Zeit und die Erlebnisse – speziell die mit den Kindern – sind ein zentraler Kraftpunkt im Leben.


So entspanne ich mich in meiner Freizeit am besten:
Ganz klassisch in den Bergen, beim Skifahren, Biken und zu jedem Wetter und jeder Jahreszeit in der Natur.

Zur Person: 

Björn Scherer ist 47 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Bevor er am 1. September 2025 Geschäftsführer der Tiroler Zugspitz Arena wurde, war er 28 Jahre bei der Tiroler Sparkasse tätig. Der gebürtige Ehrwalder ist außerdem Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in seinem Heimatort.


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Nachgefragt: Christof Willms

Nachgefragt: Christof Willms

15 Fragen an Christof Willms

Christof Willms_fc_Foto Jelinek_TVB PillerseeTal 2 Nachgefragt – Saison Tirol - Seite #2

© Foto Jelinek / TVB PillerseeTal

Drei schöne Orte auf der Welt (außerhalb Tirols und Südtirols):
Madrid, Kalifornien und die Südsteiermark

Letzter Urlaub (wo und wann):
Südafrika im November 2023

Die größten Tugenden im Tourismus sind:
Servicequalität, Innovationsfreude und natürlich Gastfreundschaft.

Die größten Sünden im Tourismus ist:
Verlust der (kulturellen) Identität durch persönliche Prioritäten, Überbürokratie, Neid und Missgunst

Erfolgreich ist der Tiroler Tourismus, wenn:
alle Beteiligten einbezogen werden, Mut bewiesen wird (so wie es unsere Pioniere einst taten).

Die beste Idee im Tourismus der letzten fünf Jahre:
Alle Ideen, Projekte und Anregungen, die Tourismus, Umweltschutz und Lebensraum in Einklang bringen – wie zum Beispiel das Österreichische Umweltzeichen für Betriebe.

Ich habe mich für den Tourismus entschieden, weil:
ich schon als Kind gerne mit Gästen zu tun hatte, das touristische Produkt durch seine Emotionalität einen besonderen Reiz bietet, mich die Vielfalt im Tourismus fasziniert.

Meine ersten Monate als Geschäftsführer des TVB PillerseeTal waren:
intensiv und eine Umstellung, aber auch sehr lehrreich und spannend.

Diese Erfahrungen haben mich in meiner Arbeitsweise am meisten geprägt:
die Ferialjobs in der Gastronomie und die Mithilfe im elterlichen Hotelbetrieb, die mir ein tiefes Verständnis für die Tourismusbranche von der Basis aus vermittelt haben; die gemeinsamen Projektarbeiten in multikulturellen Teams während meines Auslandsstudiums in Spanien, welche mein Verständnis und meine Wertschätzung für unterschiedliche Arbeitsstile und Perspektiven gestärkt haben.

Die Vorteile einer Doppelspitze in der Geschäftsführung:
Ergänzung bei Kompetenzen, Spezialisierung, Flexibilität und Effektivität, Ressourcenschonung durch klar kommunizierte Aufteilung der Verantwortlichkeiten sowie zwei Sichtweisen auf ein Thema, die zu ausgewogeneren und besser durchdachten Entscheidungen führen

An meiner Kollegin Daniela Resch schätze ich besonders:
fachlich: ihre enorme Erfahrung in der Mitarbeiterführung und Kompetenz im Projektmanagement; menschlich: ihren Optimismus, ihre Empathie und ihren lösungsorientierten Umgang mit Herausforderungen

Das wichtigste Projekt für die nächsten Jahre im TVB ist:
Fokus auf einen ganzheitlichen und ausgewogenen Ganzjahrestourismus.

Besonders wichtig neben meiner beruflichen Tätigkeit ist mir:
sportlicher Ausgleich, Zeit mit meiner Partnerin und meiner Familie

So entspanne ich am besten in meiner Freizeit:
auf den Trails und Wanderwegen in den Grasbergen der Kitzbüheler Alpen

Mein Lieblingsplatz in der Region PillerseeTal:
die Gipfel rund um den „Pletzergraben“

Zur Person: 

Christof Willms bildet seit Dezember 2023 gemeinsam mit Daniela Resch die Doppelspitze des TVB PillerseeTal. Aufgewachsen im elterlichen Hotelbetrieb in Kirchberg, absolvierte der begeisterte Touristiker die Tourismusschule am Wilden Kaiser in St. Johann in Tirol. Im Rahmen dieser Ausbildung absolvierte er Praktika in verschiedenen Hotels, Tourismusverbänden und bei der Tirol Werbung. Nach seinem Bachelor- und Masterstudium in den Bereichen Business, Tourismus und Freizeitwirtschaft am MCI Tourismus in Innsbruck und einem Auslandssemester in Madrid startete er 2018 im Online-Marketing des Tourismusverbandes PillerseeTal und später als Marketingleiter. 


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Nachgefragt: Andreas Mair

Nachgefragt: Andreas Mair

15 Fragen an Andreas Mair

Schlosshotel Mitterhart Vomp Hotel und Restaurant 2024 c Michael Huber Photography 83 Nachgefragt – Saison Tirol - Seite #2

© Michael Huber Photography

Zwei schöne Orte auf der Welt (außerhalb Tirols)
Wien, Gardasee

Letzter Urlaub (wo und wann):                                      
daheim in den Bergen und Wäldern

Die größten Tugenden im Tourismus sind:
unsere schöne und gepflegte Kulturlandschaft den Gästen und Einheimischen näherzubringen, andere Kulturkreise willkommen heißen und mit Herz Gastgeber sein. 

Die größte Sünde im Tourismus ist:
ein verschwenderischer Umgang mit den Ressourcen, zum Beispiel durch das Errichten von Chaletdörfern und Appartementanlagen. Man muss die Bevölkerung auf der Reise mitnehmen.

Die Stärke des Tiroler Tourismus:
sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen, Bedürfnisse zu erkennen und sich anzupassen.

Die Schwächen des Tiroler Tourismus:
Preisdurchsetzung, Mittelmäßigkeit (auf Qualität des Angebots bezogen), fehlende Wertschätzung der Mitarbeiter, wenig Mut zur Veränderung auf Betriebs- sowie politischer Ebene

Die beste Idee im Tourismus der letzten fünf Jahre:
der Fokus auf Nachhaltigkeit und kurze Wege: Es gibt mehr Partnerschaft zwischen Betrieb und Bauer sowie Produzenten in der Umgebung, mehr persönlichen Kontakt zu Produzenten – und dadurch auch mehr Wertschätzung dem Produkt gegenüber und eine höhere Wertschöpfung in der Region.

Was macht die Tiroler Wirtshauskultur einzigartig?
die vielfältig gelebte Kulinarik im Land zu verkörpern, präsentieren und zu leben, von Osttirol bis ins Außerfern, egal ob im Hotel, Restaurant, Ausflugswirtshaus, Dorfwirtshaus oder im Gourmetlokal sowie die immer besser werdende Zusammenarbeit und Vernetzung mit den heimischen Produzenten aller Art in den Regionen und im Land.

Auf welche Errungenschaft der Vereins Tiroler Wirtshauskultur sind sie besonders stolz?
Auf unseren digitalen Auftritt sowie das Gutscheinsystem, das es ermöglicht, Gutscheine über den Verein zu erwerben und in ganz Tirol einlösen zu können. Wir waren hier die erste Angebotsgruppe bundesweit, die das so umgesetzt hat. Diese Erfolgsgeschichte haben wir nun mit der Zusammenarbeit und Partnerschaft mit der AMT auch auf die „Bewusst Tirol“ Betriebe ausweiten können. Wir bieten auch zwei Berater vor Ort, die den Betrieben mit Rat und Tat zur Seite stehen und die Qualitätsansprüche des Vereins berücksichtigen. Es freut mich außerdem besonders, dass wir viele junge Wirte für unseren Verein gewinnen konnten, die die Kulinarik mit neuem Leben erfüllen, zeitgeistlichen Gerichten aufwarten und die Marke mit Herzblut nach außen tragen.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen der Tiroler Wirtshäuser?
Mitarbeiter zu finden, behördliche Auflagen, Öffnungszeiten, die Nachfolgeproblematik, Änderungen der Betriebsstruktur (vom Restaurant zur Halbpension oder Bed & Breakfast), geändertes Konsumverhalten, Betriebskosten

Was braucht es, um auch in herausfordernden Zeiten wie diesen als Wirt/Wirtin Erfolg zu haben?
Es braucht Handlungen von Seiten der Poltik: Die behördlichen Auflagen müssen gesichtet und reduziert werden, Betriebskosten und Abgabenquoten gesenkt werden, der Arbeitsmarkt geöffnet werden – Unternehmer zu sein sollte sich wieder lohnen! Und es soll sich auch für unsere Mitarbeiter wieder lohnen, Vollzeit zu arbeiten – dafür müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Welches Gericht wählen Sie, wenn Sie in einem Tiroler Wirtshaus essen gehen?
Am liebsten esse ich mit meiner Tochter eine fangfrische Forelle Müllerin mit heurigen Kartoffeln und einen knackigen Salatteller. Und zum Drüberstreuen gibt es einen Kaiserschmarren mit Vanilleeis.

Die größte Herausforderung für den Tiroler Tourismus generell sind:
das Thema Mitarbeiter, Mitarbeiter, Mitarbeiter in allen Bereichen, der Klimawandel, das Bespielen der Randzeiten, das veränderte Reiseverhalten und die Attraktivierung der An- und Abreise mit den Öffis

In meiner Freizeit entspanne ich am besten, wenn:
ich mit der Familie Zeit verbringe und auch mal die Füße hochlagere.

Für die Zukunft wünsche ich mir:
eine Tourismusentwicklung mit Augenmaß, die eine Steigerung der Wertschöpfung mit einem schonenden Umgang mit den Ressourcen vereint, sowie weiterhin viele nette Gäste und Begegnungen in unseren Wirtsstuben.

Zur Person: 

Andreas Mair ist seit 2004 Obmann des Vereins Tiroler Wirtshauskultur, der seit mehr als 30 Jahren die traditionelle Kulinarik und Gastfreundschaft der heimischen Wirtshäuser fördert.


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Interview, Tourismuspolitik, Tourismusgesinnung, Gastronomie

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Nachgefragt: Elisabeth Kurz-Lindner

Nachgefragt: Elisabeth Kurz-Lindner

15 Fragen an Elisabeth Kurz-Lindner

Elisabeth Kurz-Lindner_fc_elisabethkurzlindner Nachgefragt – Saison Tirol - Seite #2

© Elisabeth Kurz-Lindner

Drei schöne Orte auf der Welt (außerhalb Tirols und Südtirols):
Lofoten (Norwegen), Vancouver (Kanada), Lecce (Italien)

Letzter Urlaub (wo und wann):
Juli 2024, mit meiner Familie im Norden Mallorcas

Die größten Tugenden im Tourismus sind:
mit Begeisterung und Freude bei den Menschen zu „sein“, Begegnungen mit Menschen mit Persönlichkeit und Individualität

Die größte Sünde im Tourismus ist:
Unfreundlichkeit, „übertriebene“ Standardisierung

Erfolgreich ist der Tiroler Tourismus, wenn:
mit Engagement und Hausverstand konsequent gearbeitet wird.

Ich habe mich für den Tourismus entschieden, weil:
ich es liebe mit Menschen zu arbeiten, gerne tolle und menschliche Geschichten erfahre und unseren alpinen Lifestyle mit Begeisterung lebe.

In meiner Aufgabe als Bezirksvertreterin der Privatvermieter:innen in Kitzbühel habe ich bereits erreichen können:
Ich habe und hebe eine Stimme für die Privatvermieter und lebe das „Neue Berufsbild“ vor. Ich habe auch einen Vermieterstammtische und Vermieter-Coach-Treffen erfolgreich organisiert und durchgeführt.

Der beste Tipp, den ich von meiner Vorgängerin bekommen habe, war:
alle gleich zu behandeln.

Der Privatvermieterverband in Tirol ist wichtig, weil:
Die Privatvermieter mit ihrer gesund-gewachsenen Struktur sind das Fundament des Tourismus. Nachhaltigkeit wird par excellence gelebt! Hier braucht es eine starke Interessensvertretung und eine Anlaufstelle für alle Privatvermieter.

Mein größtes Learning aus den ersten Monaten als Bundesvorsitzende der Österreichischen Privatvermieter:innen:
Bewegung bringt Stillstand aus der Ruhe.

Überrascht hat mich an meinem Amt:
Die Bereitschaft der Menschen, Dinge anzupacken, wenn jemand da ist, der Engagement mitbringt.

Meine Ziele als Bundesvorsitzende in den kommenden Jahren sind:
Herzlichkeit und ein ehrliches, authentisches und leistbares Angebot stehen hoch im Kurs. Ich setze mich für Aufklärung, Klarheit und Transparenz ein. Auf Bundesebene versuchen wir die Rahmenbedingungen für Privatvermieter zu aktualisieren. Mein Wunsch ist eine leistbare Selbstversicherung für Privatvermieter. Schritt für Schritt und gemeinsam gesund wachsen, das sind unsere Ziele. Eine positive Tourismusgesinnung und die Weiterentwicklung des neuen Berufsbildes der Privatvermieter liegen mir sehr am Herzen.

Besonders wichtig neben meiner beruflichen Tätigkeit ist mir:
Meine Familie und mit Begeisterung das zu leben, was ich im Hier und Jetzt tue. Ich bin für immer und ewig ein Kind der Berge.

Zur Person: 

Elisabeth Kurz-Lindner hat Tourismus und Internationale Wirtschaft im In- und Ausland studiert. Heute betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann den Skishop “die Stailerai” und die Ferienwohnungen “das Stefan” in Oberndorf in Tirol. Anfang 2023 übernahm sie den Vorstand der Kitzbüheler Privatvermieter:innen. Seit Oktober 2023 ist sie auch Vorsitzende des Österreichischen Privatvermieterverbandes.


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