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29. Januar 2026

100 Jahre Seilbahnen

100 Jahre Seilbahnen

Fachgruppenobmann Reinhard Klier und Franz Dengg von der Tiroler Zugspitzbahn gaben heute einen Einblick in 100 Jahre Tiroler Seilbahnen.
© Jan Hetfleisch

Die Seilbahnen gehören untrennbar zu Tirols Tourismus: Am 5. Juli 1926 nahm die Tiroler Zugspitzbahn als erste Seilbahn des Landes den Betrieb auf – ein Meilenstein, der den Winter- und Sommertourismus in Tirol nachhaltig prägte. Dieses Jahr feiern die Tiroler Seilbahnen ihr 100-jähriges Jubiläum. „Zwischen diesem Start und den heutigen High-Tech-Bahnen liegen technische Meilensteine und vor allem der Mut der Betreiber, ständig zu investieren“, blickte Reinhard Klier, Fachgruppenobmann der Seilbahnen, bei der heutigen Pressekonferenz in Innsbruck auf die Geschichte zurück.

Ohne Seilbahnen kein Tourismus

Für Klier sind die Seilbahnen weit mehr als reine Infrastruktur: Sie schaffen Lebensqualität, bieten Freizeitmöglichkeiten für Einheimische und Gäste und sind zentrale wirtschaftliche Treiber in den Tälern. „Ohne Seilbahnen gäbe es den Wintertourismus in der heutigen Form nicht“, betont er. Gleichzeitig verlängern sie den Aufenthalt: Gäste, die Seilbahnen nutzen, bleiben im Schnitt 7,4 Tage in Tirol, andere Gäste nur 5,7 Tage.

Auch als Arbeitgeber spielen die Tiroler Seilbahnen eine zentrale Rolle: Rund 7.500 Menschen arbeiten in Voll- oder Teilzeit bei den Tiroler Seilbahnen, davon 3.300 ganzjährig und 4.200 als Saisonkräfte in den Wintermonaten. „Gleichzeitig ist es uns ein Anliegen, auch der einheimischen Bevölkerung attraktive und leistbare Angebote zu bieten“, betont Klier. „Seilbahnen können nur bestehen, wenn sie sowohl von Gästen als auch von Einheimischen aktiv genutzt werden.“

Feiern und Angebote

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums haben die Tiroler Seilbahnen ein Programm geschnürt, von dem auch Gäste profitieren: Wer ein Tagesticket kauft, erhält in einem festgelegten Zeitraum über 30 Wochen ein zweites Ticket kostenlos dazu. Alle Details und Gutscheine finden Interessierte im Jubiläumsmagazin, das am Samstag der Tiroler Tageszeitung (TT) beiliegt sowie online auf der TT-Webseite verfügbar sein wird. Parallel dazu feiert die Tiroler Zugspitzbahn in Ehrwald das Jubiläum mit einer besonderen Renovierung. „Das Museum oben auf der Zugspitze wird aktuell zur Gänze neugestaltet“, erklärt Franz Dengg, Geschäftsführer der Tiroler Zugspitzbahn. Die große Eröffnung ist für Ostern geplant.

Ausblick in die Zukunft

Und auch wirtschaftlich betrachtet sieht das Jubiläumsjahr vielversprechend aus: „Der frühe Saisonstart mit Naturschnee hat die Wintersaison vorverlegt“, so Klier, „und das trotz anfänglicher Bedenken bezüglich der Konsumfreude der Gäste.“ Erste Zahlen zeigen in den meisten Regionen ein leichtes Plus im Vorjahresvergleich. Aktuell habe man vor allem mit der Trockenheit zu kämpfen, man bleibe aber für die zweite Hälfte der Wintersaison optimistisch.

Mit Blick auf die kommenden Jahre ist eines für Klier klar: „Die Konstante im Tourismus ist der Wandel.“ Der Klimawandel verlange technische Innovationen und kontinuierliche Anpassungen des Angebots. „Besonders entscheidend war der flächendeckende Ausbau der Beschneiung in den 2000er-Jahren“, erklärt der Fachgruppenobmann. Gleichzeitig nehme man die kritische Auseinandersetzung mit dem Tourismus der letzten Jahre ernst: „Wir reagieren darauf mit offener Diskussion, sind uns bewusst, dass es Themen gibt, die verbessert werden müssen, und freuen uns gleichzeitig, dass die Diskussionen in den letzten zwei Jahren sachlicher geworden sind.“

Text: Barbara Kluibenschädl

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