Zum Hauptinhalt springen
02. April 2026

Bewusstsein für Sport und Natur

Bewusstsein für Sport und Natur

Das AAC-Projekt entwickelt bis August 2026 verschiedene Angebote für nachhaltigen, digital-unterstützten Outdoorsport.
© SAAC / Luca Jänichen

Sport in der Natur boomt – und so rücken auch die damit verbundenen Herausforderungen immer mehr in den Fokus: Aktivitäten wie Skifahren, Biken oder Klettern im freien Gelände gehen mit einem erhöhten individuellen Sicherheitsrisiko, einer steigenden Belastung von Natur und Umwelt sowie Nutzungskonflikten zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen einher. Ende letzter Woche stellte die Universität Innsbruck mit den „AAC Alpine Awareness Camps deshalb ein grenzüberschreitendes Projekt zu Sicherheit, Nachhaltigkeit und Bewusstsein im Outdoorsport vor.

Beteiligt sind der Tourismusverband Kaunertal, der Tourismusverband Kitzbüheler Alpen Brixental sowie die Allgäu GmbH unter Federführung des Vereins zur Information über alpine Gefahren. Der Verein verantwortet die bereits etablierten SAAC-Camps (Snow and Alpine Awareness Camps) zu Sicherheit im Bergsport. Das Projekt AAC erweitert diesen Ansatz um eine ökologische, soziale und touristische Dimension, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur- und Lebensräumen zu fördern.

Unterschiedliche Bewertung

Als Grundlage dafür wurde von Herbst 2023 bis Frühling 2025 unter der Leitung von Mike Peters von der Universität Innsbruck eine wissenschaftliche Studie zum Thema nachhaltiger Outdoorsport durchgeführt. Befragt wurden 140 Teilnehmer:innen, darunter Bergsportler:innen, Bergführer:innen, Bike Guides und Vertreter:innen von Tourismusverbänden und Bergbahnen. Dabei zeigte sich, dass Nachhaltigkeit für die meisten die langfristige Nutzung von Produkten, Energiesparen und den Schutz der Landschaft bedeutet. Zu den am stärksten wahrgenommenen Veränderungen am Berg befragt, nannten die meisten den Wandel des Landschaftsbilds, das Wetter im Winter und die Frequenz der Menschen am Berg.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit wird durchwegs hoch eingeschätzt, das tatsächliche Verhalten stimmt aber oft weniger überein. Das zeigt sich in der Studie besonders deutlich in verschiedenen Alters- und Geschlechtergruppen: Der Beitrag des öffentlichen Verkehrs zur Nachhaltigkeit wird von jüngeren Befragten wesentlich stärker wahrgenommen als von älteren Befragten, zudem werden öffentliche Verkehrsmittel mehr von Frauen als Männern genutzt. Auch bezogen auf die Herkunft der Studienteilnehmer:innen gibt es Unterschiede: Österreicher:innen bewerteten die Veränderungen am Berg für „Naturgefahren im Sommer“ deutlich stärker als Deutsche, die dagegen Veränderungen bei „Wetter im Winter“ stärker verändert wahrnehmen.

Potenziale nutzen

Für Studienleiter Mike Peters ist klar: „Nutzer:innen und Institutionen müssen sich anpassen, mehr Eigenverantwortung übernehmen und die Natur respektieren. Der Schlüssel liegt in der Information, um Verständnis für die Belastungen zu schaffen und Verhaltensänderungen zu fördern, z.B. durch Besucherlenkung.“ Man solle versuchen, besonders Kinder, Jugendliche und jene Gruppen, die zwar eine Absicht zeigen, aber schlussendlich doch zur weniger nachhaltigen Wahl greifen, mit konkreten Angeboten anzusprechen. „Hier liegen die größten Veränderungspotenziale“, so der Wissenschaftler.

Im Rahmen des AAC-Projektes werden deshalb bis August 2026 verschiedene Angebote für einen nachhaltigen und digital-unterstützten Outdoorsport entwickelt. Neben sechs Pilotcamps zu den Themen „Snow“, „Bike“ und „Climb“ sowie zwei grenzüberschreitenden Impulsveranstaltungen für regionale Partner gibt es beispielsweise „Train-the-Trainer Workshops“ zur Qualifizierung von Bergführer:innen und Guides. Zusätzlich wurde vor kurzem eine digitale Plattform für die Outdoor-Sport-Community, Tourismusverbände und Regionalmanagements online gestellt. Ein besonderer Fokus liegt außerdem auf der Entwicklung eines didaktischen und inhaltlichen Konzepts für die AAC-Formate, das Tourismusverbände und andere Multiplikatoren für ihre eigenen Qualifizierungen nutzen können.

Text: Lisa Schwarzenauer

THEMEN IN DIESEM ARTIKEL: