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03. Juni 2026

Drei Fragen an: Lea Carnuth und Selina-Maria Schiller

Lea Carnuth und Selina-Maria Schiller sind Junior Researcher im Bereich Leadership & Business Management an der FH Kufstein Tirol. Gemeinsam haben sie die Studie „Ressourcenallokation in Hotelbetrieben zur Steigerung von Resilienz und Nachhaltigkeit“, gefördert durch die Tiroler Nachwuchsforscher:innenförderung, durchgeführt. 

Drei Fragen an: Lea Carnuth und Selina-Maria Schiller

© FH Kufstein tirol

In Ihrer Studie beschreiben sie die Wechselwirkung zwischen Resilienz und Nachhaltigkeit. Was sind die Ergebnisse?

Unsere Analyse zeigt klar, dass ökologische Nachhaltigkeit und Resilienz keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig verstärken. Nachhaltige Hotelbetriebe, die Energieeffizienz, Kreisläufe und verantwortungsvolle Beschaffung strategisch verankern, reduzieren Abhängigkeiten und reagieren stabiler auf Krisen. Andersherum halten resilient organisierte Häuser nachhaltige Maßnahmen auch unter Druck auf Kurs.

Was bedeutet der Zusammenhang zwischen Resilienz und Nachhaltigkeit konkret für die Tiroler Hotellerie im betrieblichen Alltag?

Für die Tiroler Hotellerie bedeutet das, dass ökologische Nachhaltigkeit kein Zusatzprojekt ist, sondern ein wirksames Risikomanagement und ein Erfolgsfaktor für eine langfristig stabile Betriebsführung. Zwei Beispiele: Wer auf regionale, saisonale Beschaffung umstellt, reduziert wirksam Treibhausgasemissionen (kürzere Transportwege, weniger energieintensive Lagerung) und macht gleichzeitig die Küche robuster gegen internationale Lieferengpässe. Eine Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher erzeugt nicht nur grünen Strom, sondern senkt die laufenden Ausgaben für Energie, verringert die Anfälligkeit für Preisschocks und sichert kritische Abläufe bei Netzausfällen.

Wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsbedarf, wenn es darum geht, die Zukunftsfähigkeit von Tiroler Hotels zu stärken?

Ein zentraler erster Schritt besteht darin, Nachhaltigkeit und Resilienz als miteinander verknüpfte Konzepte zu begreifen und in strategische Entscheidungsprozesse zu integrieren. Ein weiterer wichtiger Hebel sind die Mitarbeitenden: Durch Schulungen und Beteiligungsformate kann das ökologische Bewusstsein gestärkt werden, gezielte Übungen können auf Krisen vorbereiten. Insgesamt sollten Lernprozesse institutionalisiert und Herausforderungen und Krisenerfahrungen systematisch reflektiert werden, um daraus zu lernen und sich langfristig weiterzuentwickeln. In unserer Umfrage zeigte sich außerdem, dass Biodiversitätsmaßnahmen bei Tiroler Hotelbetrieben bislang am schwächsten entwickelt sind. In diesem Bereich könnten ökologische Lücken geschlossen werden, etwa durch Entsiegelung, naturnahe Begrünung oder insektenfreundliche Beleuchtung.

Text: Markus Wechner