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02. Juli 2026

Drei Fragen an: Robert Westreicher

Robert Westreicher ist Inhaber des Posthotel + Lifehotel, des Tiroler Hofs sowie des Hotels Furgler in Serfaus. Er war Teilnehmer an der letztwöchigen Marktsondierungs- und Innovationsreise der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Tiroler Wirtschaftskammer in die Schweiz.

Drei Fragen an: Robert Westreicher

© PandaBee

Was stand auf dem Programm der Marktsondierungs- und Innovationsreise in die Schweiz?

Auf dem Programm standen ganz unterschiedliche Punkte: In Zürich haben wir uns Premium-Hotellerie mit klarer Identität angesehen und Boutiquehotellerie in der Innenstadt, die bewusst einen Gegenpol zur Standardisierung schafft. Ein weiteres Highlight war die Stoosbahn als außergewöhnliches Infrastrukturprojekt sowie eine Lodge am Stoos mit ihrer ganz eigenen Philosophie. In Thusis haben wir erlebt, wie Tourismus, Arbeiten und Lifestyle miteinander verschmelzen. Besonders spannend war für mich auch, wie Innovation in Graubünden ganz bewusst strategisch gedacht wird.

Was kann Tirol aus Ihrer Sicht vom Schweizer Tourismus lernen?

Die Schweiz zeigt sehr gut, wie wichtig eine klare Positionierung ist. Viele Regionen und Betriebe haben ein starkes Markenprofil und setzen konsequent auf Qualität statt auf maximale Auslastung. Qualität, Exklusivität und Preisniveau sind dort oft sehr gut aufeinander abgestimmt. Beeindruckend ist auch die internationale Strahlkraft der Alpenmarken – die Schweiz profitiert weltweit von ihren höchsten Alpengipfeln und einer starken internationalen Ausrichtung. Dazu kommen die nahtlose Vernetzung des öffentlichen Verkehrs und ein gut funktionierender Ganzjahrestourismus. Viele Regionen verbinden Freizeit- und Businesstourismus erfolgreich und schaffen so eine stabile Wertschöpfung über das ganze Jahr hinweg.

In welchen Bereichen hat der Tiroler Tourismus der Schweiz etwas voraus?

Tirol hat definitiv seine eigenen Stärken. Dazu zählen vor allem das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis und die lebendige Gastgeberkultur. Die persönliche Nähe, Herzlichkeit und Leidenschaft vieler Gastgeber:innen machen für viele Gäste den entscheidenden Unterschied. Dazu kommen moderne, große Skigebiete, die günstige Lage für wichtige Herkunftsmärkte und die besondere Atmosphäre – Tirol versteht es wie kaum eine andere Destination, Sport, Unterhaltung und Geselligkeit zu verbinden. Außerdem zeigt Tirol eine hohe Innovationskraft: Viele Betriebe und Regionen entwickeln laufend neue Erlebnisangebote und schaffen damit einen starken emotionalen Mehrwert für ihre Gäste. Ich glaube, genau darin liegt auch die Zukunft: die Tiroler Herzlichkeit und Gastgeberkultur mit einer noch konsequenteren Qualitäts- und Wertschöpfungsstrategie zu verbinden.

Text: Barbara Kluibenschädl

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