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11. Dezember 2025

Wie die Betriebsübergabe gelingt

Wie die Betriebsübergabe gelingt

Für eine erfolgreiche Übergabe des Familienbetriebs braucht es heute vor allem flexible Beteiligungsmodelle.
© Shutterstock

In den kommenden zehn Jahren stehen zahlreiche Tourismusbetriebe in Tirol vor einer Betriebsübergabe. Gerade in familiengeführten Unternehmen gestaltet sich die Suche nach geeigneten Nachfolger:innen jedoch oft als herausfordernd. Warum das so ist und welche konkreten Schritte Familien und Betriebe setzen können, um den Übergang erfolgreich zu meistern, zeigt das nun abgeschlossene Forschungsprojekt „Why Not? Übernahmeszenarien aus Sicht der Nachfolger:innen“ der Universität Innsbruck in Kooperation mit der UMIT Tirol und der FH Vorarlberg.

Zögern statt Übernahmefreude

Viele potenzielle Nachfolger:innen zögern, den elterlichen Betrieb zu übernehmen. „Hauptgründe sind hohe finanzielle Belastungen, ständige Erreichbarkeit und Verantwortung, der Fachkräftemangel sowie unterschiedliche Vorstellungen zur Unternehmensführung“, erklärt Alexander Plaikner, vom Team KMU & Tourismus der Universität Innsbruck als auch Division für Management im Gesundheits- und Sporttourismus der UMIT Tirol und Mitglied des Projektteams. Hinzu kämen häufig abweichende Erwartungen zwischen den Generationen oder eine unzureichende Kommunikation innerhalb der Familie. Manchmal liege es aber auch einfach an anderen beruflichen Interessen und veränderten Ansprüchen an die Work-Life-Balance.

Klarheit auf allen Ebenen

Für Familien, die grundsätzlich an einer innerbetrieblichen Nachfolge interessiert sind, zeigt die Studie praxisnahe Lösungen auf. „Entscheidend sind frühzeitige, offene Gespräche über Erwartungen, Rollen und neue Ideen – sowohl innerhalb der Familie als auch mit engen Mitarbeiter:innen“, betont Plaikner Unterstützende Coaching-Angebote oder klar strukturierte Nachfolgepläne mit definierten Zuständigkeiten können ebenfalls Orientierung geben und Konflikte vermeiden.

Gleichzeitig wird deutlich, dass klassische Nachfolgemodelle zunehmend an Grenzen stoßen. Gefragt sind flexiblere Formen von Verantwortung, Eigentum und Führung. „Eine schrittweise Einarbeitung interner Führungskräfte kann den Übergang erleichtern“, so Plaikner weiter. In einem späteren Schritt ermöglichen flexible Beteiligungsmodelle oder externe Managementlösungen, individuelle Lebensentwürfe der Nachfolger:innen mit dem Fortbestand des Betriebs zu verbinden.

Hilfe von außen

Wesentlich sei auch, bürokratische und finanzielle Hürden abzubauen, erklärt Plaikner. Unterstützung bieten hier unter anderem Steuerberater:innen, Buchhalter:innen oder die Wirtschaftskammer (WKO). Ergänzend können Coaching-Angebote und spezialisierte Nachfolgeberatungen wertvolle Begleitung bei komplexen Übergaben leisten. „Und auch wir möchten mit unseren Praxisberichten aus der angewandten Forschung einen Beitrag leisten und bringen diese Erkenntnisse in unsere Ausbildung am Universitätsstandort Campus Landeck ein“, betont Plaikner.

Text: Barbara Kluibenschädl

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