Nachgefragt: Elisabeth Frontull
15 Fragen an Elisabeth Frontull

© Mia Maria Knoll
Drei schöne Orte auf der Welt (außerhalb Österreichs):
Gardasee, Sardinien, Seychellen
Letzter Urlaub (wo und wann):
Pössnitzberg in der Südsteiermark im Juli
Die größten Tugenden im Tourismus sind:
Gastfreundschaft – jeder soll sich willkommen fühlen. Authentizität – Gäste suchen das Echte, mit Kultur, Traditionen und Glaubwürdigkeit. Qualitätsbewusstsein – gepflegte Wanderwege, eine gute Beschilderung sowie ein freundlicher Service.
Die größten Sünden im Tourismus sind:
Tourismus scheitert selten an fehlenden Bergen, Seen oder Sehenswürdigkeiten, sondern an fehlender Zusammenarbeit, mangelnder Qualität und verlorener Gastfreundschaft. Die größte Sünde im Tourismus ist, den eigenen Erfolg wichtiger zu nehmen als das gemeinsame Gästeerlebnis.
Die beste Idee im Tourismus der letzten fünf Jahre:
Durch eine sinnvolle Besucherlenkung wurde intensiv in hochwertige Wanderwege, Bike-Angebote und Naturerlebnisse investiert. Dies ermöglicht gleichzeitig den Schutz sensibler Bereiche.
Ich habe mich für den Tourismus entschieden, weil:
Für mich ist Tourismus weit mehr als Nächtigungszahlen. Es geht darum, Lebensräume zu gestalten, Menschen für eine Region zu begeistern und nachhaltige Wertschöpfung zu schaffen. Es erfüllt mich, Projekte zu entwickeln, die langfristig wirken und die Silberregion Karwendel als lebens- und liebenswerte Destination weiterbringen. Dabei motiviert mich besonders, gemeinsam mit vielen engagierten Menschen etwas zu bewegen.
Meine Tätigkeit als Geschäftsführerin des TVB Silberregion Karwendel bedeutet für mich:
Geschäftsführerin zu sein bedeutet für mich weit mehr als zu organisieren oder zu verwalten. Es bedeutet, Visionen zu entwickeln, Entscheidungen zu treffen und auch in schwierigen Situationen Verantwortung zu übernehmen. Ich möchte nicht nur den Tourismus fördern, sondern die Zukunft unserer Region aktiv mitgestalten. Wenn durch unsere Arbeit Wertschöpfung entsteht, Betriebe profitieren, Gäste begeistert werden und Einheimische stolz auf ihre Heimat sind, dann ist das für mich der größte Erfolg.
Die Silberregion Karwendel in drei Worten:
Echt. Vielfältig. Bewegend.
Diese Werte leiten mich in meiner Arbeit:
Verantwortung: Ich übernehme Verantwortung für die Entwicklung der Region und treffe Entscheidungen mit Blick auf die langfristigen Auswirkungen – für Betriebe, Gemeinden, Gäste und Einheimische. Verlässlichkeit: Ich stehe zu meinem Wort, arbeite transparent und schaffe Vertrauen durch konsequentes Handeln. Wertschätzung: Hinter jedem touristischen Erfolg stehen Menschen. Deshalb ist mir ein respektvoller Umgang mit Mitarbeitenden, Partnern, Ehrenamtlichen und Grundeigentümer:innen besonders wichtig.
Das möchte ich für die Region in den nächsten Jahren bewegen:
In den kommenden Jahren möchte ich die Silberregion Karwendel mit Weitblick weiterentwickeln. Mir ist wichtig, dass wir nicht jedem Trend folgen, sondern Projekte umsetzen, die langfristig Bestand haben. Ich möchte die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Betrieben und Partnern weiter stärken, nachhaltige Infrastruktur schaffen und Erlebnisse entwickeln, die unsere Region einzigartig machen. Gleichzeitig sollen unsere natürlichen und kulturellen Schätze bewahrt werden, damit auch zukünftige Generationen davon profitieren können.
Dieses Learning aus meinem bisherigen Weg begleitet mich bis heute:
Ich habe gelernt, dass gute Entscheidungen nicht immer die einfachsten oder beliebtesten sind. Entscheidend ist, Verantwortung zu übernehmen, den Blick auf das große Ganze zu richten und den eigenen Werten treu zu bleiben.
Der beste Ratschlag, den ich je bekommen habe, war:
Der beste Ratschlag, den ich je von meinem Vater bekommen habe, war: Bleib deinen Werten treu und triff Entscheidungen mit Weitblick. Nicht jede Entscheidung wird sofort verstanden oder von allen mitgetragen. Aber wenn sie gut begründet ist und dem langfristigen Wohl meiner Region dient, ist sie die richtige. Dieser Gedanke begleitet mich bis heute in meiner Arbeit als Geschäftsführerin.
Die größte Herausforderung für den Tourismus der Zukunft ist:
Die größte Herausforderung für den Tourismus wird sein, Wachstum nicht mehr nur an steigenden Nächtigungszahlen zu messen, sondern an der Qualität des Erlebnisses und am Nutzen für die Region. Tourismus muss Gäste begeistern, Betriebe wirtschaftlich stärken und gleichzeitig die Lebensqualität der Einheimischen sowie unsere Natur bewahren. Nur wenn diese drei Interessen im Gleichgewicht sind, kann Tourismus langfristig erfolgreich sein.
Was mir neben meiner Arbeit besonders wichtig ist:
Neben meiner Arbeit ist mir vor allem eines wichtig: die Menschen, mit denen ich jeden Tag zusammenarbeiten darf. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Herz unseres Tourismusverbandes. Erfolge entstehen nicht durch eine einzelne Person, sondern durch ein Team, das sich gegenseitig vertraut, unterstützt und gemeinsam an einem Ziel arbeitet. Deshalb ist es mir wichtig, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Wertschätzung, Zusammenhalt und Freude an der Arbeit gelebt werden.
So entspanne ich mich in meiner Freizeit am besten:
Den besten Ausgleich zu meiner Arbeit finde ich in der Natur. Besonders gerne bin ich mit meiner Schäferhündin Livi unterwegs – sie bringt mich jeden Tag dazu, abzuschalten und den Moment zu genießen. Gemeinsam mit meinem Mann liebe ich es, die Berge beim Wandern oder mit dem E-Bike zu erkunden. Genauso wichtig ist mir aber auch die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Gemeinsame Gespräche, Lachen und gesellige Stunden geben mir neue Energie und sind für mich der perfekte Ausgleich zum beruflichen Alltag.
Zur Person:
Elisabeth Frontull ist seit 2019 Geschäftsführerin des Tourismusverbands Silberregion Karwendel. Die Absolventin der FH Kufstein Tirol bringt fundiertes Tourismuswissen und Erfahrung in der Destinationsentwicklung mit und setzt in ihrer Arbeit auf die Verbindung von regionaler Identität, nachhaltiger Entwicklung und zukunftsorientiertem Tourismus.