Reger Branchenaustausch

Beim Alpine Hospitality Summit präsentierte unter anderem auch Mitinitiator Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung, die wichtigsten Entwicklungen der alpinen Hotellerie.
© Prodinger Tourismusberatung
Letzte Woche brachte der Alpine Hospitality Summit der Prodinger Tourismusberatung Entscheidungsträger:innen aus Hotellerie, Hotelimmobilienwirtschaft und Investmentwelt in Kitzbühel zusammen. 340 Gäste aus dem gesamten Alpenbogen tauschten sich im Hotel Grand Tirolia einen ganzen Tag lang zu Innovationen, Gastgeberkultur und Finanzierung aus.
Im Mittelpunkt standen dabei neben den wirtschaftlichen Herausforderungen der Branche vor allem Trends und innovative Ideen zur Weiterentwicklung der alpinen Hotellerie. Ein großes Thema war dabei laut Mitinitiator Thomas Reisenzahn der Umgang mit den veränderten Ansprüchen der Gäste: „Gäste gehen heute mit einer ganz anderen Erwartung in den Urlaub. Sie wollen bewusst erleben, etwas aus dem Urlaub für sich mitnehmen, Sinn finden.“ Es habe ein deutlicher Paradigmenwechsel stattgefunden, weg vom Bedürfnis, immer mehr in den Tag zu packen, und hin zum Wunsch nach Ruhe, Entschleunigung und Raum, um sich mit sich selbst zu beschäftigen. Diese grundlegende Veränderung müsse man in der Produktentwicklung berücksichtigen, unabhängig davon, in welchem Segment man sich bewege und wie man sich spezialisiere.
Wohlbefinden im Vordergrund
Dieser Fokus auf bewusstes Erleben und Wohlbefinden wirke sich unter anderem stark im Sport- und Fitness-Bereich aus: „Insbesondere die junge Generation ist sehr körperbewusst und will sich auch im Urlaub entsprechend verhalten.“ Sporthotels gebe es schon lange, aber moderne Varianten gehen das Thema viel breiter an: Gäste erwarten ein Angebot, das Ernährung, Training und Regeneration umfasst – und das individuell auf die eigenen Bedürfnisse und Ziele zugeschnitten. Das Potenzial dieses Segments sei laut Reisenzahn groß, denn man könne damit inzwischen nicht mehr nur Profis, sondern zunehmend auch Hobby-Sportler:innen erreichen.
Auf die Zukunft vorbereiten
Ungenutztes Potenzial stecke auch noch im Bereich Robotik. Am Alpine Hospitality Summit wurde hier vor allem diskutiert, wie man Hotelimmobilien gestalten muss, damit Entwicklungen in dem Bereich überhaupt genutzt werden können: „Da geht es gar nicht um Robotik, die der Gast face-to-face erlebt, sondern um die Prozessoptimierung im Betrieb“, erklärt Reisenzahn und nennt als Beispiele automatisierte Reinigungstätigkeiten und die Möglichkeit, Gepäck aufs Zimmer oder Wäsche direkt ins richtige Stockwerk bringen zu lassen. International gebe es schon Hotelbetriebe, die solche Lösungen nutzen, in der alpinen Hotellerie sei man noch nicht ganz so weit – allerdings werde sich das auch bald ändern, und dann gelte es, vorbereitet zu sein: „Wenn ich diese Entwicklungen nutzen können will, müssen Immobilien ganz anders gebaut werden – da braucht es beispielsweise 100-prozentige Barrierefreiheit und Ladestationen auf jedem Stockwerk, auch Aufzüge müssen anders funktionieren“, erklärt der Tourismusberater. Dann könne Robotik Prozesse optimieren, Arbeitskosten senken und gleichzeitig mehr Zeit schaffen, sich persönlich um Gäste und ihr Wohlbefinden zu kümmern.