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18. September 2025

Drei Fragen an: Reinhard Klier

Reinhard Klier ist Fachgruppenobmann der Seilbahnen der Wirtschaftskammer Tirol, die am Montag zur Tiroler Seilbahntagung unter dem Motto „Zwischen Wandel und Wahrnehmung: Wohin steuert der Skitourismus?“ lud.

Drei Fragen an: Reinhard Klier

© Intersport

Welche Neuerungen hält die kommende Wintersaison für die Seilbahnbranche bereit?

Die Tiroler Seilbahnen bereiten sich intensiv auf die Wintersaison 2025/26 vor. Eine zentrale Neuerung ist die neue Seilbahn-Generalrevisions-Verordnung, die zahlreiche Prüf- und Nachweispflichten innerhalb eines engen Zeitrahmens mit sich bringt. In diesem Zusammenhang haben wir auch traditionell die erste Hälfte des heurigen Seilbahntags genützt, um in Workshops die Mitgliedsbetriebe über die technischen Neuerungen und verschärften gesetzliche Vorgaben zu informieren. Für den bevorstehenden Winter wurden zudem wieder zahlreiche Bahnen modernisiert und gezielt in ressourcenschonende Schneesicherheit entlang der Pisten investiert. Die Stimmung ist insgesamt zuversichtlich, was sich auch in der stabilen Nachfrage aus dem deutschen Quellmarkt zeigt – sowohl im vergangenen Winter als auch im Sommer, trotz Kaufkraftverlusten. Wie Ralf Roth von der Sporthochschule Köln in seinem Vortrag am Seilbahntag betonte, sparen die Menschen zwar bei materiellen Ausgaben, nicht aber bei Erlebnissen. Allein in Deutschland gibt es laut Erhebungen 7,2 Millionen aktive Skifahrer mit einem Ausgabenvolumen von 17,2 Milliarden Euro.

Wo steht die Branche aktuell beim Thema Einheimischentarife?

Die Seilbahnbranche setzt sich aktiv dafür ein, faire Preise zu bieten. Auch nach der Klage des Vereins für Konsumenteninformation wurde seitens der Verbundkarten eine vergünstige Lösung mittels eines ortsgebundenen Vorverkaufszeitraumes geschaffen. Diese Maßnahme ist im Winter 24/25 gut angenommen worden. Gleichzeitig liegt der Ball bei der Politik, um in Zukunft eine langfristige und rechtlich gesicherte Lösung zu schaffen, die Klarheit auf europäischer Ebene garantiert. 

Was stand bei der diesjährigen Podiumsdiskussion im Mittelpunkt?

Beim diesjährigen Seilbahntag haben wir bewusst die mediale Wahrnehmung in den Fokus gerückt. Ziel war es, auf einem hochkarätig besetzten Panel einerseits ein besseres Gespür für den externen Blick auf unsere Branche zu bekommen und andererseits die Entstehung sowie Hintergründe negativer Schlagzeilen besser einordnen zu können. Mein Fazit: Eine faktenbasierte und offene Kommunikation ist die beste Voraussetzung für eine faire mediale Darstellung der Seilbahnbranche. Dazu gehört auch, herausfordernde Themen wie Mobilität, Tourismusgesinnung oder Klimawandel offen anzusprechen – und gleichzeitig die umfangreichen Bemühungen in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz sichtbar zu machen.

Text: Barbara Kluibenschädl