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26. März 2026

Resilienz im Tourismus

Resilienz im Tourismus

Resilienz im Fokus: Die FH Kufstein befasst sich im Rahmen eines Forschungsprojektes mit Widerstandsfähigkeit im Tourismus.
© Alpbachtal Tourismus / Shootandstyle

In einer Zeit voller wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen spielt das Thema Resilienz eine immer größere Rolle – besonders auch im Tourismus. Ein Projekt der FH Kufstein Tirol befasst sich deshalb gerade intensiv mit der Frage, wie Destinationen mit schwierigen Situationen umgehen und auch in herausfordernden Zeiten erfolgreich sein können.

Auf Unvorhersehbares vorbereitet

Das noch bis Ende 2026 laufende Forschungsprojekt „Resilienter Tourismus“ wird zusammen mit der FH Salzburg, der Chiemgau GmbH - Tourismus und der Österreichischen Hotelvereinigung durchgeführt und durch das EU-Programm Interreg Bayern-Österreich kofinanziert. Projektleiter Mario Situm von der FH Kufstein Tirol erklärt: „Es lässt sich nicht alles vorhersehen oder kontrollieren, deshalb braucht es Resilienz. Aber nicht im Sinne eines Betonblocks, der unter Druck zerbricht – eher wie Schilf: Es biegt sich im Wind und richtet sich danach wieder auf.“ 

In der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, wie schnell ein vermeintlich stabiler Wirtschaftszweig ins Wanken geraten könne, woraus die Idee entstand, sich intensiver mit Resilienz im Tourismus zu befassen – auf der individuellen, betrieblichen und regionalen Ebene. Ziele sind dabei unter anderem die Sensibilisierung und Vernetzung relevanter Stakeholder, die Entwicklung von Resilienzkompetenzen bei Mitarbeitenden, Tourismusbetrieben und -verbänden sowie ein grenzüberschreitender Wissensaustausch.

Datenbasierte Entscheidungsgrundlage

Seit dem Projektstart 2024 wurden außerdem bereits mehrere Werkzeuge entwickelt, die Destinationen in der Praxis unterstützen, ihre eigene Resilienzfähigkeit einzuschätzen und zu stärken. Eines davon ist der Resilienz-Index: Das Benchmarking-Tool für Tourismusverbände zeigt auf der Basis von 18 wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Indikatoren, wo Regionen bereits gut aufgestellt sind und wo noch Entwicklungspotenzial besteht. „Die interaktive Plattform ist öffentlich zugänglich und bietet Entscheidungsträger:innen wie Interessierten eine datenbasierte Orientierung“, erklärt Situm. Ergänzend werde aktuell ein Resilienz-Tool entwickelt, mit dem Tourismusbetriebe ihre eigene Widerstandsfähigkeit analysieren können.

Neben der Entwicklung von praxistauglichen Werkzeugen liegt ein Schwerpunkt des Projektes auf Bildung. In diesem Rahmen bietet die FH Kufstein Tirol zusammen mit der FH Salzburg den zweisemestrigen Zertifikatslehrgang „Resilienzmanager:in im Tourismus“ an, den bereits 54 Teilnehmende absolvieren. Zusätzlich entstehen digitale Microlearning-Module, die in Zukunft für Betriebe und Einzelpersonen zugänglich sein sollen. Sowohl der Lehrgang als auch die im Rahmen des Forschungsprojektes entwickelten Tools sollen laut Situm dauerhaft bestehen bleiben: „Der Anspruch der Initiative liegt darin, Innovation nicht nur zu erforschen, sondern nachhaltig in der Praxis zu verankern.“

Text: Lisa Schwarzenauer