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04. Dezember 2025

Skifahren fürs Gehirn

Skifahren fürs Gehirn

Keynote-Speaker Martin Korte erklärte beim „Treffpunkt Seilbahnen 2025“, wie wichtig Bewegung für das Gehirn ist.
© Die Fotografen

Der traditionelle „Treffpunkt Seilbahnen 2025“, der am Montag in der Wirtschaftskammer Tirol über die Bühne ging, stand unter dem Motto „Blick nach vorne“: Neben politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen wurden auch das Thema Gesundheit und positive Entwicklungen in der Branche thematisiert. „Für uns Seilbahner gilt: Wir bewegen uns nicht seitwärts, nicht rückwärts, sondern immer vorwärts nach oben. Entsprechend hat sich auch das Stimmungsbild entwickelt. Die Branche ist gut aufgestellt, wenngleich wir die äußeren Rahmenbedingungen weiterhin aufmerksam beobachten müssen“, betonte Reinhard Klier, Obmann der Tiroler Seilbahnunternehmen. 

Fokus Gesundheit

Als Keynote-Speaker war dieses Mal der Neurobiologe Martin Korte von der Technischen Universität Braunschweig eingeladen. Er hob in seinem Vortrag „Das bewegte Gehirn“ die Bedeutung von Bewegung generell und Skifahren im Speziellen für das Gehirn hervor – ein Aspekt, der in den Diskussionen rund um den Wintersport häufig übersehen wird. Gerade bei Kindern sei Bewegung essenziell für die Entwicklung des Gehirns, betonte Korte: „Wenn Kinder sich bewegen, liefert das Wachstumsreize fürs Gehirn.“ Das fördere die Intelligenz und Kreativität – und gleichzeitig stärke regelmäßiger Sport auch das Selbstbewusstsein. 

Diese Effekte seien bei Kindern und Jugendlichen besonders groß, weil das Gehirn im jungen Alter viel formbarer und lernfähiger sei. Aber auch später habe regelmäßige Bewegung nachweisliche Vorteile: „Wenn man älter wird, hilft Bewegung dabei, dass die Gehirnfunktion erhalten bleibt“, so der Experte. 

Skifahren als Schlüsselaktivität

Dem Skifahren komme eine besondere Rolle zu: Die Sportart fordere Koordination und Kondition bei hoher Geschwindigkeit, was eine sehr spezielle Herausforderung darstelle und deshalb besonders förderlich für die Entwicklung und Gesundheit des Gehirns sei. „Das Skifahren ist durch seine Komplexität die optimale Form des Gehirntrainings, das ist nur mit Tanzen vergleichbar – und da fehlt die Geschwindigkeit als Komponente“, so der Neurowissenschaftler. Auch hier gelte: Je früher man anfängt, umso besser – positive Effekte für das Gehirn habe das Skifahren aber in jedem Alter. 

Für ein gesundes Gehirn empfiehlt Korte drei- bis viermal wöchentlich mindestens eine halbe Stunde Bewegung, bei Kindern und Jugendlichen gerne tägliche Einheiten. Dabei solle man vor allem darauf achten, dass durch einen Mix an Aktivitäten alle Muskelgruppen trainiert werden – und auch hier glänze der Sport auf der Piste: „Skifahren ist auch in dieser Hinsicht fantastisch, weil alle Muskelgruppen gebraucht werden.“

Text: Lisa Schwarzenauer