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21. Mai 2026

Was bringt der Sommer?

Was bringt der Sommer?

Tirols Touristiker:innen sehen der kommenden Sommersaison vorsichtig positiv entgegen.
© Tourismus Alpbach

Die Sommersaison in Tirol ist angelaufen. Franz Staggl, Fachgruppenobmann Hotellerie in der Wirtschaftskammer Tirol, Barbara Winkler, Landesvorsitzende der ÖHV Tirol, und Elisabeth Kurz-Lindner, Landesobfrau der Alpinen Gastgeber Tirol, geben ihre Einschätzung zum Verlauf, zu Trends und zu den Herausforderungen der kommenden Monate.

– Franz Staggl, Fachgruppenobmann Hotellerie, Wirtschaftskammer Tirol

„Der Blick auf den Tiroler Sommer 2026 ist von vorsichtigem Optimismus geprägt. Die Buchungslage zeigt sich stabil, wobei Gäste zunehmend kurzfristiger und wetterabhängiger entscheiden. Wie aktuelle Branchenanalysen zeigen, stehen die Betriebe unter erheblichem Druck: Permanent steigende Kosten, welche nur teilweise an den Gast weitergegeben werden können, fordern die Rentabilität erheblich heraus. Drei Kerntrends dominieren die Saison: die sogenannte „Coolcation“, also die Flucht vor der Hitze des Südens in die kühleren Alpen, der Bereich Aktiv-Gesundheit mit Bewegung in der Natur – vom Wandern und Klettern bis hin zu Biken und Outdoorsport in all seinen Facetten – sowie nachhaltige Mobilität durch die verstärkte Anreise per Bahn und E-Mobilität vor Ort. Zentral bleibt dabei die Erkenntnis: Qualität schlägt Quantität. Premium-Angebote mit regionaler Authentizität sind besonders gefragt und deutlich resilienter gegenüber den wirtschaftlich-gesellschaftlichen Herausforderungen.“

– Barbara Winkler, Landesvorsitzende ÖHV Tirol

„Der Ausblick auf den Tiroler Sommer 2026 schaut solide aus – aber geschenkt wird den Betrieben nichts. Die Reiselust ist da, die Buchungslage passt vielerorts, Tirol punktet als sichere, nahe und verlässliche Urlaubsdestination. Gleichzeitig wird genauer gerechnet: Gäste buchen kurzfristiger, vergleichen stärker und wollen nachvollziehen können, was sie für ihr Geld bekommen. Für die Betriebe heißt das: Volle Häuser allein reichen nicht. Entscheidend ist, was am Ende übrigbleibt. Die größten Themen bleiben Kosten, Margen und Preisdurchsetzung. Gefragt sind derzeit vor allem Natur-, Aktiv- und Erholungsurlaub, flexible Angebote und authentische Erlebnisse. Wer Qualität liefert, seinen Vertrieb im Griff hat und Preis-Leistung klar kommuniziert, kann zuversichtlich in die Saison gehen.“

– Elisabeth Kurz-Lindner, Landesobfrau Alpine Gastgeber Tirol

„Die Buchungslage für den Sommer 2026 zeigt sich insgesamt stabil, auch wenn Gäste in einer herausfordernden und von Unsicherheiten geprägten Weltlage oft bewusster und kurzfristiger buchen. Verlässlichkeit und Sicherheit gewinnen dadurch weiter an Bedeutung. Betriebe mit Herzblut und persönlichem Kontakt profitieren von Stammgästen. Besonders gefragt sind Zimmer mit Frühstück und individuelle Ferienwohnungen mit hoher Qualität. Bei den Alpinen Gastgebern Tirol zeigt sich im Sommer eine deutlich steigende Nachfrage nach Entschleunigung, Aktivurlaub und regionalen Erlebnissen.“

Text: Barbara Kluibenschädl