Nachhaltig geht nur gemeinsam
In dieselbe Kerbe schlägt auch Anton Heufelder vom Naturpark Karwendel. Der Karwendelmarsch sei ein Paradebeispiel dafür, dass Großveranstaltungen auch in Naturschutzgebieten möglich sind – vorausgesetzt, alle Beteiligten ziehen an einem Strang: „Es braucht das entsprechende Bewusstsein für den Naturschutz und das Gebiet, in dem man unterwegs ist. Bei den Veranstaltern wie bei den einzelnen Teilnehmer:innen. Das geht nur gemeinsam“, sagt auch Heufelder.
Den Verantwortlichen im Naturpark war und ist vor allem die Sensibilisierung für das Naturschutzgebiet wichtig. Beim Marsch sind sie mit einem Informationsstand vertreten, für die Labestationen entlang der Strecke konnte mit Bio vom Berg ein lokaler und nachhaltiger Partner gewonnen werden, intensiv setzte man sich auch mit dem Thema Müllmanagement auseinander. Dazu kam von Teilnehmer:innen der Input, die Müllstation nicht direkt bei der Labstation, sondern ein paar Meter danach aufzustellen – so müssen die Läufer:innen nicht stehen bleiben und können den Müll trotzdem entsprechend entsorgen. „Das sind so Kleinigkeiten, die einen großen Unterschied machen und gleichzeitig zeigen, dass es allen mit dem Schutz der Natur ernst ist“, betont Heufelder.
Positive Spuren hinterlassen
Kern einer nachhaltigen Sportveranstaltung in einem Naturschutzgebiet ist für Anton Heufelder, „keine Spuren zu hinterlassen“ und wenn, dann positive: Drei Euro des Startgelds pro Teilnehmer:in gehen an den Naturpark. So kommen jedes Jahr 7.500 Euro für ein Projekt zur Förderung der Artenvielfalt zusammen, das eigens vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde. Mit dem Geld werden beispielsweise artenreiche Naturwaldzellen ausgewiesen, Landschaftspflege für Biodiversität betrieben und Feuchtflächen geschützt.
Damit der Karwendelmarsch so nachhaltig wie heute über die Bühne gehen kann, brauche es auch viele Freiwillige, die mithelfen. Diese engagieren sich bei der Veranstaltung selbst oder auch im Rahmen des Projekts des Naturparks. Wer möchte, bekommt dafür einen gratis Startplatz beim Marsch, und diese Startplätze sind heiß begehrt: Die heurige 15. Auflage war innerhalb von zwei Minuten ausverkauft – ein Rekord. Auch das Wetter – der Lauf findet immer am letzten Samstag im August statt – spielte sehr zur Freude aller Beteiligten mit, sagt Maria Winterberger: „Ein wirklich wunderschönes Jubiläum, es war rundum perfekt!“