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09. Dezember 2025

Mehr als Wintersport

Immer mehr Destinationen stellen sich bewusst mit einem breiten, von Schnee und Wintersport unabhängigen Angebot auf – darunter urbane Regionen wie Innsbruck, die ganzjährig Sport mit Stadtgefühl und Kultur verbinden, aber auch Destinationen wie das Kufsteinerland, die eigene thematische Schwerpunkte setzen.

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© TVB Kufsteinerland/Alex Gretter

Innsbruck: Weiße Berge, bunte Stadt

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„Innsbruck bietet vieles auf engem Raum – Museen, Konzerte, Märkte und nur eine kurze Fahrt weiter: die Skipisten. Diese Kombination ist ganz klar unser Alleinstellungsmerkmal.“

Barbara Plattner, CEO von Innsbruck Tourismus

Wenn in Innsbruck der erste Schnee fällt, wird die Stadt zum Treffpunkt für Wintersport und Kultur. Zwischen Nordkette und Patscherkofel liegt alles nah beieinander – Gäste können Ski fahren, rodeln oder langlaufen und zugleich das urbane Angebot bei jeder Wetterlage nutzen.

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Christkindlmärkte gibt es in Innsbruck mit insgesamt
207 Ständen.

Bergweihnacht

Die Bergweihnacht ist das wichtigste Winterprodukt der Stadt. Sie findet vom 15. November bis 6. Jänner statt und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher:innen an. So sorgen die Märkte für zusätzliche Nächtigungen und beleben Handel und Gastronomie.

Lichterpark Lumagica
Seit 2020 ergänzt der Lichterpark „Lumagica“ im Hofgarten das winterliche Angebot Innsbrucks. Er gilt als stimmungsvolle Erweiterung des Christkindlmarkts, der an Wochenenden oft stark frequentiert ist und rund 45.000 Besucher:innen anlockt.

Innsbruck Winter Dance Festival
Im Feber 2024 feierte das erste Winter Dance Festival – organisiert von der La Limonada Dance Company – in Innsbruck Premiere. Vom 30. Jän-ner bis 8. März bietet das Festival auch 2026 wieder einen reizvollen Grund, die Stadt zu besuchen. Hauptspielort ist der Congress Innsbruck, ergänzt durch außergewöhnliche Schauplätze wie die Axamer Lizum und die Altstadt.

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© MK Illumination


Kufsteinerland: Winter neu gedacht

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„Unsere Stärke ist die Mischung: Kultur auf hohem Niveau, kombiniert mit Naturerlebnissen, die auch im Winter zugänglich bleiben. Hier findet man kein ‚Tourismuslabor‘, sondern echten Lebensraum, der mit Gästen geteilt wird.“

Georg Hörhager, Obmann des TVB Kufsteinerland

Als Destination ohne großes Skigebiet nimmt das Kufsteinerland im Tiroler Winter eine besondere Rolle ein – genau darin liegt seine Stärke. Es positioniert sich seit Jahren als Ganzjahresdestination mit Kultur als zentralem Thema. Dazu kommen Naturerlebnisse, bewusste Erholung und ausgezeichnete Wellnessangebote.

Die Tiroler Festspiele Erl, die Passionsspiele Thiersee und Erl, die Stadt Kufstein, Kulturschaffende in allen Orten sowie eine hohe Dichte an Veranstaltungen wie Sprachsalz, glück.tage, Klangfarben und Circustage schaffen so ein in Tirol einzigartiges Angebot.

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© alex gretter

Drei Zutaten für den Erfolg

„Winterurlaub ohne Skifahren bedeutet keinen
Verzicht, sondern eine neue Qualität von Erholung“, sagt
Hörhager. Im Wesentlichen brauche es dafür drei Dinge:

1. Überzeugungskraft

„Ein langer Atem ist nötig, um Betriebe und Stakeholder davon zu überzeugen, dass Qualität, Atmosphäre, Authentizität und eine klare Ausrichtung auf Kultur der richtige Weg sind, um das Kufsteinerland als attraktive Ganzjahresdestination weiterzuentwickeln.“

2. Kommunikation

„Wir müssen aktiv vermitteln, dass Winterurlaub auch ohne Skifahren attraktiv und erfüllend sein kann.“

3. Finanzierung

„Hochwertige Kulturprogramme, gute Vermarktung und professionelle Eventorganisation kosten Geld – doch sie schaffen nachhaltige Wertschöpfung, unabhängig von Schneehöhen.“


Kitzbühel: Mehr als Hahnenkamm

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„Events können die Saisonen deutlich beleben. Dabei nutzen wir sie sowohl, um an der Produktqualität zu arbeiten, als auch, um Sichtbarkeit zu erzeugen und direkte Buchungen anzustoßen.“

Viktoria Veider-Valser, CEO von Kitzbühel Tourismus

Die touristische Entwicklung Kitzbühels begann Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Tradition der Sommerfrische. Erst mit der Etablierung des Hahnenkamm-Rennens rückte der Winter zunehmend in den Fokus. Heute sind Sommer- und Wintersaison in der Region weitgehend ausgeglichen.

Nächtigungen Winter 2024/25: 544.718
Nächtigungen Sommer 2024: 430.205

Um die ruhigeren Monate zu beleben, werden neue Angebote und Formate entwickelt, die den Ort auch abseits der klassischen Hauptreisezeiten attraktiv machen:

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MICE-Anfragen über und mit Kitzbühel Tourismus seit Jänner 2025

  • 66 Anfragen
  • 42 Organisationen
  • 16 Buchungen
  • 24 Agenturen
  • 16 Länder
  • 919 Gäste
  • 4.602 Nächte
  • 2,53 Mio. Euro Wertschöpfung

Business-Events

Gerade in den Nebensaisonen wird der Geschäftstourismus für die Destination immer wichtiger und bildet eine tragende Säule des Angebots.

„Seit mehreren Jahren konzentrieren wir uns bewusst auf den Geschäftstourismus. Die Betriebe vor Ort haben ebenfalls reagiert und entsprechende Räumlichkeiten eingerichtet. Im Trend sind aktuell kleine, feine Formate wie Executive Meetings.“
Viktoria Veider-Valser, CEO von Kitzbühel Tourismus


Osttirol: Ganzjahrestourismus auf Betriebsebene

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„Vor allem für unsere Mitarbeiter:innen ist der Ganzjahrestourismus entscheidend. Wer das ganze Jahr über angestellt ist, kann besser planen – und wir profitieren von einem treuen, regional verwurzelten Team.“

Katharina Hradecky, Inhaberin und Geschäftsführerin vom Hotel Hinteregger in Matrei in Osttirol

Das Hotel Hinteregger in Matrei in Osttirol gehört zu den Betrieben in Osttirol, die ganzjährig geöffnet haben. Lediglich nach der Winter- und Sommersaison bleibt das Haus für drei bis vier Wochen geschlossen.

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© Hotel Hinteregger

Kreativ durch die Nebensaison
Katharina Hradecky leitet den Familienbetrieb bereits in vierter Generation. Während das Hotel früher nur während der beiden Hauptsaisonen geöffnet war, empfängt es heute das ganze Jahr über Gäste.

Entscheidend für Hradecky ist es, in den Nebensaisonen, wenn Skilifte stillstehen und Almen geschlossen sind, kreative Wege zu finden, um Besucher:innen anzusprechen. Dabei nutzt sie die Zeit für abwechslungsreiche Programme – von Wellnesspaketen über Konzerte bis zu kulturellen Veranstaltungen.

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Achensee: Sanfter Winter

Am Achensee wird bewusst auf die sanfte Seite des Winters gesetzt: Neben dem klassischen Wintersportangebot mit Skifahren und Langlaufen liegt der Fokus auf Erlebnissen, die Entschleunigung und Naturverbundenheit bieten. Die Region entwickelt diese sanfte Angebotsstruktur seit Jahren konsequent weiter, weshalb Gäste und Einheimische heute neben präparierten Pisten und Loipen vielfältige Alternativen erleben, die das Naturerlebnis in den Mittelpunkt stellen.

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© Tirol Werbung/Frank Stolle

Besondere Mobilität
Die Region lässt sich mit unkonventionellen Verkehrsmitteln erleben: Bei der Fahrt mit einem Heißluftballon können Gäste den See und seine Umgebung im Winter wie im Sommer aus einer komplett anderen Perspektive erleben. Weniger luftig wird es bei den angebotenen Pferdekutschenfahrten durch die Region.

Winterwandern
Im Rahmen des Achensee Winterwanderprogramms geht es zu Fuß oder mit Schneeschuhen hinein in den Naturpark Karwendel. Ranger und Naturparkführer:innen vermitteln dabei Wissen über Flora, Fauna und das sensible Ökosystem. Insgesamt stehen rund 150 Kilometer präparierte Winterwanderwege zur Verfügung.

Wellness
Eine weitere Säule des sanften Angebots ist Wellness: Viele der Beherbergungsbetriebe stellen Erholung in den Mittelpunkt und bieten hochwertige Spa-Bereiche. Zusätzlich ergänzt das Atoll Achensee seit seiner Eröffnung 2018 dieses Angebot mit ganzjährig und bei jedem Wetter nutzbaren Wasserwelten, Saunen und Fitnessangeboten.

Schifffahrt
Das Winterwandern kann mit einer Fahrt auf der Winterlinie der Achenseeschifffahrt kombiniert werden. Sie verkehrt auch im Winter zwischen den Orten rund um den See und funktioniert als bequeme Verbindung zwischen den Ausgangspunkten für verschiedene Wanderungen.

Text: Anna Füreder, Michaela Ehammer

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