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07. Juli 2025

Innovative Sommerkonzepte aus aller Welt

Ob futuristische Architektur, stille Naturorte oder Aktivitäten rund ums Rad: Mit durchdachten Konzepten reagieren touristische Regionen auf aktuelle Anforderungen und schaffen neue Zugänge zum Sommerurlaub.

Innovative Sommerkonzepte aus aller Welt

© Target Group

Immer mehr Menschen wollen im Urlaub mehr als nur entspannen – sie suchen echte Erlebnisse, Natur, Bewegung und neue Perspektiven. Genau deshalb stehen Tourismusregionen vor der Aufgabe, ihr Angebot ständig weiterzuentwickeln. Viele setzen dabei auf frische Ideen: Nachhaltige Konzepte, digitale Services und besondere Momente sollen den Aufenthalt nicht nur angenehmer, sondern auch spannender machen. Fünf Beispiele aus dem In- und Ausland zeigen, wie unterschiedlich Regionen diesen Weg gehen.


The Epic Bikepark Leogang

Der Bikepark Leogang steht exemplarisch dafür, wie sich eine alpine Tourismusregion durch strategische Investitionen, gezielte Innovation und klare Markenführung erfolgreich für den Sommertourismus positionieren kann. Bereits in den 2000er-Jahren erkannte man vor Ort das Potenzial des Mountainbikens als sinnvolle Ergänzung zum klassischen Wintersport und leitete frühzeitig die nötigen Schritte ein. Als erster Bikepark Österreichs gilt Leogang heute als Wegbereiter für den Sommertourismus auf zwei Rädern. Dabei wurde nicht nur in Strecken investiert, sondern auch in ein konsequentes Markenprofil. Unter dem Slogan „Home of Lässig“ positioniert sich die Region als Ort für aktive Erholung, Naturerlebnis und sportliche Freiheit.

Seit 2020 ist Leogang Teil der größten zusammenhängenden Bike-Region des Landes. In Kooperation mit Saalbach, Hinterglemm und Fieberbrunn stehen über 90 Kilometer Trails zur Verfügung, erschlossen durch neun Lifte auf sieben Bergen. Das Streckennetz richtet sich dabei an verschiedene Zielgruppen – vom Familienpublikum bis zu erfahrenen Sportler:innen. Regelmäßige Erweiterungen, neue Pumptracks und moderne Liftanlagen tragen dazu bei, die Attraktivität kontinuierlich zu steigern. Gleichzeitig wird durch ein breites Sommerangebot die Saison deutlich über die klassischen Ferienmonate hinaus verlängert – oft bis in den späten Herbst hinein.

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© Saalfelden Leogang/Moritz Ablinger


Regenerativer Tourismus
in Costa Rica

Regenerativer Tourismus bedeutet, die Welt nicht nur achtsam zu bereisen, sondern sie aktiv mitzugestalten. Ziel ist ein positiver Beitrag, der über Umweltschutz hinausgeht und zugleich ein tiefes, authentisches Reiseerlebnis ermöglicht.

Costa Rica gilt mit seiner biologischen Vielfalt, seinen dichten Regenwäldern und seinem langjährigen Engagement für ökologische und soziale Themen als Vorreiter auf diesem Gebiet. Das Land eröffnet vielfältige Wege zur Mitwirkung: Reisende können sich an Projekten zur Wiederherstellung von Korallenriffen beteiligen – etwa im Golfo Dulce oder rund um die Isla Tortuga –, beim Schutz von Meeresschildkröten an Stränden wie der Playa Blanca mithelfen, an Wiederaufforstungsaktionen teilnehmen (zum Beispiel bei der Corcovado Foundation) oder Einblicke in regenerative Landwirtschaft gewinnen und direkt auf ökologisch geführten Farmen mitarbeiten.

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© Shutterstock.com


Grindelwald Terminal

Der 2019/20 eröffnete Grindelwald Terminal in der Schweiz ist als moderner Verkehrsknotenpunkt konzipiert und reagiert auf die wachsenden Anforderungen im alpinen Tourismus. Mit seiner schrägwinkeligen Bauweise und den geneigten Dachflächen fügt sich das Gebäude ideal in die bestehende Topografie ein. Zugleich verbindet das Werk traditionelle Baukultur mit funktionaler Verkehrsarchitektur.

Das Gebäude bündelt unterschiedliche Mobilitätsangebote auf engem Raum: einen Bahnanschluss, ein mehrstöckiges Parkhaus, die Seilbahnen Eiger Express und Grindelwald–Männlichen sowie regionale Buslinien. Konzipiert nach dem Vorbild moderner Flughafenterminals, wurde hier ein übersichtlicher Knotenpunkt errichtet, der Orientierung schafft und Bewegungsströme effizient lenkt. Er fungiert ganzjährig als Zugang zur Bergwelt – im Winter für Skigäste, im Sommer für Wandernde und Ausflugsgäste.

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© jungfrau.ch


Hexenwasser in Söll

Auch die Region Wilder Kaiser hat mit dem Erlebnisprojekt „Hexenwasser“ in Söll einen neuen Akzent im Sommertourismus gesetzt. Anfang der 2000er-Jahre stagnierte die Nachfrage in den warmen Monaten, weshalb 2002 das neue Erlebniskonzept des Hexenwassers eingeführt wurde: eine inszenierte Erlebnislandschaft, die Naturraum, Sinneserfahrung und Erzählstruktur miteinander verknüpft. Das weitläufige Areal umfasst unter anderem Teiche, Matsch- und Kneippbecken, Wasserläufe, einen Barfußpfad, Klangstationen und sogenannte „Wunderkammern“. Ergänzt wird das Angebot durch thematische Führungen, bei denen Besucher:innen von „Hexen“ begleitet werden.

Das Projekt wurde von den Bergbahnen Söll gemeinsam mit dem Tourismusverband Wilder Kaiser initiiert und in Zusammenarbeit mit externen Kreativteams entwickelt. Die Besucherzahlen stiegen infolge kontinuierlicher Erweiterungen deutlich an: von rund 45.000 auf etwa 200.000 pro Jahr. Auch fachlich erhielt das Konzept Anerkennung und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Tirol Touristica (2003) und dem Innovationspreis Tourismus (2016).

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© Mathäus Gartner


Birdbox und Woodnest Cabins in Norwegen 

Ruhe, frische Luft und Naturverbundenheit – genau danach sehnen sich viele Urlauber:innen. Gleichzeitig möchten sie nicht auf Komfort verzichten: ein bequemes Bett, ein sauberes Bad und stilvolles Ambiente gehören für viele einfach dazu. In Norwegen haben zwei Unternehmen genau für diesen Wunsch besondere Unterkünfte entwickelt, die Naturerlebnis und Design auf besondere Weise verbinden.

Birdbox
In einem Vogelhäuschen übernachten – die Birdboxes aus Norwegen machen es möglich. Die minimalistischen Kabinen wurden vom Designer Torstein Bergheim Aa gemeinsam mit Asbjørn Reksten Stigedal entwickelt. Ihr Unternehmen Livit AS verfolgt die Idee, Unterkünfte zu schaffen, die Rückzug, Ruhe und Nähe zur Natur ermöglichen – ohne die Landschaft dauerhaft zu verändern. Das klare, reduzierte Design stellt dabei bewusst die Umgebung in den Mittelpunkt. Laut den Gründern fügen sich die Boxen so unauffällig in die Natur ein, dass sie kaum als Bauwerk wahrgenommen werden. Die Kabinen stehen an verschiedenen abgelegenen Orten, etwa in Fauske, Langeland oder am Storehesten-Massiv. Sie können nicht nur gemietet, sondern auch gekauft werden – erhältlich in zwei Größen, ab 39.000 Euro.

Woodnest
Eine weitere besondere Glamping-Erfahrung bietet das Baumhaushotel „Woodnest“, das von Sally und Kjartan Aano in Odda entwickelt wurde. Die ungewöhnlichen Unterkünfte sind an jeweils einem lebenden Baum verankert und bewusst so gestaltet, dass sie sich möglichst unauffällig in die umgebende Landschaft einfügen. Die Idee dahinter: ein Rückzugsort, der den Alltag auf Abstand hält und stattdessen Nähe zur Natur ermöglicht. Die verwendeten Materialien stammen aus der Region und wurden so verarbeitet, dass der Eingriff in das bestehende Ökosystem minimal bleibt.

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© Patrik Johäll

Text: Anna Füreder

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