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29. Juni 2026

Ausgezeichnet

Im Rahmen des Tiroler Tourismusforums wurden die Tirol Touristica Awards 2026 vergeben. Der Preis für das Lebenswerk ging heuer an den Tourismusvisionär Franz Tschiderer. Die Kristallwelten Wattens, Preisträger bei der ersten Ausgabe von Tirol Touristica 1996,bekamen 30 Jahre später den Jubiläumspreis. In der Nachwuchs-Kategorie durften heuer Madeleine Baruk (MCI) ihre Idee „AlpBox Tirol“ und Johann Leopold Bahr (MCI) sein Konzept „Dark Sky Tirol“ live am Tiroler Tourismusforum präsentieren.

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© Die Fotografen

Tourismustitan, Taktgeber, Tirol Touristica

Schon in jungen Jahren sorgt Franz Tschiderer als Schlagzeuger der Band „Sparks“ für den richtigen Rhythmus, brennt als studierter Wirtschaftswissenschaftler später für den Tiroler Tourismus und wird so zum Taktgeber einer ganzen Branche. Der Tirol Touristica 2026 für das Lebenswerk geht an einen Visionär, den die renommierte Wochenzeitung „Die ZEIT“ bereits im Jahr 2017 mit dem Titel „Dr. Alpenkönig“ geadelt hat.

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© Serfaus-Fiss-Ladis Marketing GmbH

Der Weg in den Tourismus ist für den jungen Franz Tschiderer keineswegs vorgezeichnet. Obwohl er aus einer Serfauser Hotelier-Dynastie stammt, zieht es ihn vorerst in die akademische Welt zum Wirtschaftsstudium an die renommierte Universität in St. Gallen. Auch nach dem Studium bleibt er in der Schweiz, wirkt drei Jahre lang als Forschungsassistent, schreibt wissenschaftliche Aufsätze, reist um die Welt und begeistert sich für die großen Resorts Nordamerikas, die den Wintertourismus neu definieren. Am Ende steht eine Dissertation über Destinationsentwicklung – und die Erkenntnis, dass die Alpen weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. „In den Siebzigerjahren gab es im Alpenraum keinen Innovationsdruck“, sagt Tschiderer heute. „Tourismus war ein Selbstläufer. Niemand machte sich Gedanken über den nächsten Winter hinaus.“

Was ihn in St. Gallen wirklich prägt, geht über wissenschaftliche Literatur hinaus, ist ein Denkansatz, der ihn ein Leben lang faszinieren wird: die Systemtheorie. Die Idee, dass ein komplexer Organismus nur dann funktioniert, wenn seine Teile aufeinander abgestimmt sind und ein gemeinsames Ziel verfolgt wird. Diese Theorie mit der touristischen Praxis zu verbinden, wird fortan zum Leitstern einer außergewöhnlichen Karriere. 1981 kehrt er mit seiner Dissertation zurück nach Serfaus. Das elterliche Hotel, das Bergdorf Serfaus, später die gesamte Region wird zu seinem Labor.

Der Kinderhotel-Pionier

Kein klassischer Hotelier zu sein, ist für Franz Tschiderer kein Manko. Sein Intellekt, seine analytische Präzision, seine Eigenart neue Wege zu sehen, lassen ihn schnell ausgetretene Pfade verlassen. Während andere jeden Abend von Tisch zu Tisch flanieren, um ihre Gäste zu begrüßen, brennt er für die Frage: Wie entwickelt man ein Produkt, das wirklich funktioniert? Die Antwort findet der junge Familienvater unverhofft, auf Umwegen im Urlaub. Mit seiner Frau Sabine und der dreijährigen Tochter Michaela landet das Paar in einem Kurhotel in Kärnten. Das quirlige Kind passt so gar nicht in den beschaulichen Hotelalltag, die Tschiderers fühlen sich bald fehl am Platz. Diese banale Alltagsbeobachtung wird zum Schlüsselmoment, der die Ausrichtung des eigenen Betriebs revolutioniert.

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„Die dachten, ich spinne.“

Franz Tschiderer
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Schon bei der Band „Sparks“ wirkte Franz Tschiderer (hi. li. am Schlagzeug) im Hintergrund und gab von dort den Takt vor.

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Franz Tschiderer (M.) war schon in jungen Jahren unterwegs, um sich Inspiration zu holen.

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Weil wir’s genießen: Franz Tschiderer und seine Frau Sabine

Ein radikaler Kurswechsel ist die Folge. Das Hotel Löwen in Serfaus, bislang ein solides Haus ohne besondere Ausrichtung, verwandelt sich in ein Kinderparadies. Tschiderer erinnert sich: „Der Kindergarten wuchs auf zwei Stockwerke, die Zimmer wurden für Familien vergrößert, die Löwenbar zur Spielzone.“ Die Folge: Stammgäste wandern ab, langjährige Mitarbeiter:innen kündigen, im Dorf wird getuschelt. „Die dachten, ich spinne“, erzählt Tschiderer. Er galt als der Studierte, der keine Ahnung vom Bergdorf hat. Drei Jahre später wird der Kindergarten bereits zu klein. Das Tuscheln verebbt, der Erfolg gibt ihm recht. Tschiderer hatte nicht bloß eine Nische entdeckt, er hatte sein theoretisches Wissen als Hotelier genützt und seinen systemischen Ansatz in die unternehmerische Praxis transferiert. Sein Motto lautet: Die ganze Energie auf die Zielgruppe Familie zu bündeln und dabei kein Sowohl-als-auch, keine Kompromisse zu dulden. Im legendären „ZEIT“-Porträt von Florian Gasser aus dem Jahr 2017 kann man seine Überzeugung nachlesen: „Es gibt keine bessere Strategie, als die Kräfte zu bündeln, so wie es Clausewitz in ‚Vom Kriege‘ geschrieben hat.“

Der Architekt einer Erfolgsregion

Als Franz Tschiderer 1988 das Obmann-Amt des Tourismusverbandes Serfaus übernimmt, beginnt die zweite, größere Etappe seines Lebenswerks. Der systemtheoretische Ansatz, der das Hotel Löwen zum Kinderhotel gemacht hatte, sollte nun eine größere Einheit erfassen. Alle Leistungsträger – Hotels, Skischulen, Bergbahnen, Gastronomie – werden auf eine einzige Zielgruppe verpflichtet: Familien. Den kompromisslosen Erfolgsweg skizzieren Wegbegleiter:innen heute augenzwinkernd so: Wer nicht mitzog, wurde überstimmt. Wer mitzog, profitierte.

Im Jahr 2005 vollendet Tschiderer schließlich sein Werk: Die drei eigenständigen Tourismusverbände Serfaus, Fiss und Ladis fusionieren. Er übernimmt die Führung des Gesamtverbandes und steht bald auch dem Tirol Tourism Board vor – dem obersten Tourismusgremium des Landes, mächtige Schnittstelle zur Politik. Längst gilt er als Erfolgsarchitekt einer Region, die europaweit zu einer der führenden Erfolgsdestinationen im Alpenraum aufgestiegen ist. Und als Mitbegründer des Verbandes der Tiroler Tourismusverbände auch als Taktgeber und Dirigent einer Branche, für die er sich nach wie vor leidenschaftlich engagiert. Den großen Auftritt suchte er dabei nie, bleibt im Hintergrund und zieht von dort wirkungsvoll die Fäden. Einmal mehr beweist er sich in der „ZEIT“ als Meister der Selbstanalyse: „Ein Regisseur kann mehr bewirken als ein Schauspieler.“

Angesprochen auf sein Erfolgsgeheimnis beweist er auch heute noch analytische Klarheit. Eine Vision könne man nur umsetzen, wenn alle Kräfte zusammenwirken, dafür müsse man sorgen. „Das Führungsnetzwerk in unserer Region war immer stabil und ist es bis heute geblieben. Darum muss man kämpfen.“

Visionär mit Blick nach vorn

Mit demselben klaren Blick, mit dem er einst das Potenzial der Familiendestination erkannte, richtet er auch heute seinen Fokus auf die Herausforderungen der Tourismuswirtschaft und benennt sie klar. Der Klimawandel verändere den Wintertourismus strukturell. „Die Nachfrage im Spätwinter trübt sich ein, die Lust auf Winterurlaub nimmt ab März merklich ab. Regionen, die darauf nicht reagieren, werden es schwer haben.“ Zudem sei die Hotellerie in einer schwierigen Situation, qualifiziertes Personal sei Mangelware, während die Betriebskosten – Energie, Strom, Rohstoffe – stark steigen. „Die Umsätze pro Bett sind real seit 2019 nahezu unverändert, die Wertschöpfung stagniert, die Rendite geht zurück“, sagt Tschiderer. „Das ist eine ernste Entwicklung.“

Umso mehr kämpft er für den Erhalt jenes Modells, das Tirol stark gemacht hat: das Tiroler Tourismusgesetz. Es sorgt dafür, dass die Erträge des Tourismus in den Regionen bleiben und dort reinvestiert werden – ein wirtschaftlicher Kreislauf, der Wohlstand schafft und die Akzeptanz in der Bevölkerung gerade in tourismusintensiven Regionen hochhält. „So können Tourismusverbände ihre Gestaltungskraft behalten und ihre Beiträge für die Lebens- und Freizeitqualität im Lebensraum voll entfalten“, ist Tschiderer überzeugt.

Am 1. Juli erhält Franz Tschiderer beim Tourismusforum Tirol den Tirol Touristica für sein Lebenswerk. Rückwirkend betrachtet mag sein Wirken einem Masterplan gefolgt sein. Er selbst würde das in seiner Zurückhaltung und Bescheidenheit verneinen. Vielleicht würde er sagen, er habe nur Dinge zu Ende gedacht. Tatsächlich haben sein Intellekt, sein fundiertes Wissen, seine scharfe Beobachtungsgabe gepaart mit Managementstärke tiefe Spuren hinterlassen. Auch wenn der Schlagzeuger der „Sparks“ längst aufgehört hat zu spielen, den Takt gibt Franz Tschiderer bei entscheidenden Weichenstellungen der Tourismusentwicklung noch immer an. Wie seit Jahrzehnten wirkt er auch heute noch im Hintergrund und wurde so zu einer überragenden Persönlichkeit der Branche – zu einem Tourismustitan, wie es ihn in Tirol nicht zweimal gibt.


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© Swarovski Kristallwelten

Wo der Riese dem Wandel begegnet

Seit mehr als drei Jahrzehnten begeistern die Swarovski Kristallwelten in Wattens Einheimische und Gäste gleichermaßen. Dafür wurden sie heuer mit dem Tirol Touristica Jubiläumsaward ausgezeichnet. Managing Director Stefan Isser über das Erfolgskonzept der steten Veränderung.

Unverändert wacht der Riese über die Swarovski Kristallwelten. Die Erlebniswelt um ihn herum hat sich aber stetig verändert: Neue Wunderkammern, erweiterte Gartenlandschaften und Kunstinstallationen internationaler Künstler:innen machten die Kristallwelten zu einer der erfolgreichsten Tourismusattraktionen Tirols mit mehr als 600.000 Besucher:innen jährlich. Dafür werden die Swarovski Kristallwelten heuer mit dem Tirol Touristica Jubiläumsaward ausgezeichnet – 30 Jahre nachdem sie den ersten Tirol Touristica Award gewonnen hatten. „31 Jahre Kristallwelten bedeuten, dass viele Tirolerinnen und Tiroler mit dem Riesen aufgewachsen sind“, sagt Stefan Isser, Managing Director der Swarovski Kristallwelten. „Er ist Ausflugsziel für Tiroler:innen und Destination für internationale Gäste geworden.“

Kontinuität trotz Wandel

Der Riese steht für etwas, das die Swarovski Kristallwelten seit ihrer Eröffnung prägt: die Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden, ohne die eigene Identität zu verlieren. „Permanente Verwandlung ist Programm, sie ist in der DNA der Kristallwelten“, so Isser. Ziel sei es von Beginn an gewesen, Kristall mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Veränderungen seien dabei jedoch nie Selbstzweck, betont Isser. Neue Ideen würden sorgfältig analysiert, letztlich brauche es aber auch den Mut, neue Wege auszuprobieren. „Hauptsache keine Fehler zu machen, ist die falsche Herangehensweise“, sagt er. Die Herausforderung bestehe darin, die Anziehungskraft des Kristalls immer wieder neu zu interpretieren, ohne den Kern der Marke aus den Augen zu verlieren.

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Das Karussell entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler und Designer Jaime Hayon.
© Swarovski Kristallwelten

Ausbau und Neuausrichtung

Nach mehreren Erweiterungen folgte 2015 die bislang größte Veränderung der Kristallwelten. Neue Gartenwelten entstanden, der Spielturm wurde eröffnet, das Karussell kam hinzu und das Veranstaltungsangebot wurde deutlich erweitert. Damit öffneten sich die Kristallwelten stärker für Familien und neue Zielgruppen. Diese Ausrichtung auf Kinder als Zielgruppe wurde damals teilweise unterschiedlich bewertet. Die zentrale Frage lautete: „Wie schaut das Spielen der Zukunft aus?“ Die Entscheidung für den Spielturm habe sich schließlich als wichtiger Entwicklungsschritt erwiesen. Die neuen Angebote verlängerten die Aufenthaltsdauer deutlich und machten die Kristallwelten verstärkt zu einem Halb- oder Tagesausflug für Familien.

Immer wieder überraschen

Stefan Isser selbst begleitete einen großen Teil dieser Entwicklung. Der Innsbrucker kam 1999 zu Swarovski und übernahm 2012 die Geschäftsführung der Kristallwelten. Besonders überrascht habe ihn die steigende Bedeutung von Veranstaltungen und Aktivierungsimpulsen. „Von einem Nice-to-have wurde das zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit“, erklärt Isser. Erlebnisse müssten heute „einzigartiger, digitaler und immersiver“ werden. Die Aufgabe bestehe deshalb darin, die Menschen immer wieder neu zu überraschen – etwa durch Kooperationen wie jene mit Circus Roncalli. Trotz aller Veränderungen bleibt eine Konstante: „Der Riese ist selbst zur Ikone geworden“, sagt Isser. „Er hält seine schützende Hand über die Kristallwelten.“ Während sich rund um ihn vieles verändert, bleibt er das Symbol einer Erlebniswelt, die sich immer wieder neu erfindet.

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© Swarovski Kristallwelten

Zur Person: 
Stefan Isser
ist seit 2012 Managing Director der Swarovski Kristallwelten. Der gebürtige Innsbrucker und studierte Betriebswirt ist bereits seit 1999 für Swarovski tätig. Zuvor arbeitete er für die Tirol Werbung.

Swarovski Kristallwelten
Timeline:

1995:
Eröffnung der Swarovski Kristallwelten in Wattens anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Swarovski; Gestaltung durch André Heller

1997: 
Begrüßung des 1-millionsten Besuchers

2003:
Erste große Erweiterung auf rund
4.000 m²; 5-millionster Besucher

2007:
Zweite große Erweiterung mit umfassender Neugestaltung der Wunderkammern

2011: 10-millionster Besucher

2015:
Größte Transformation bisher; Investition von rund 34 Millionen Euro für neue Wunderkammern, Kristallwolke, Spielturm und erweiterte Gartenlandschaft

2019:
15-millionster Besucher; Auszeichnung mit dem Österreichischen Umweltzeichen

2025:
18-millionster Besucher; Gäste aus
107 Ländern; Shuttlebus wird elektrisch

Swarovski Kristallwelten
Zahlen & Fakten:

18 Millionen Besucher:innen seit der Eröffnung
• Über 600.000 Gäste jährlich
800.000 handgesetzte Kristalle in der Kristallwolke
7,5 Hektar Gartenanlage
107 Herkunftsländer bei Online-Ticketkäufen im Jahr 2025


Bühne frei für junge Ideen

Wie könnte Tourismus aussehen, wenn junge Menschen ihn neu denken? Der Tirol Touristica Nachwuchspreis fördert visionäre Konzepte von Studierenden, die den Tourismus von morgen innovativer, nachhaltiger und zeitgemäßer gestalten möchten.

Guter Tourismus lebt davon, sich ständig neu zu erfinden. Und wer verstehen will, welche Ideen ihn wirklich weiterbringen, sollte auch jene Perspektiven ernst nehmen, die nicht im Tagesgeschäft der Branche verhaftet sind. Genau hier setzt der Tirol Touristica Nachwuchspreis an: Studierende aller Tiroler Universitäten und Fachhochschulen sind eingeladen, innovative Ansätze für einen zukunftsfähigen Tourismus zu entwickeln und einzubringen.

Mehr als ein Preisgeld

Aus allen Einreichungen wählt eine Jury die zwei überzeugendsten Projekte aus. Diese pitchen ihre Ansätze schließlich live beim Tiroler Tourismusforum, wo das Publikum per Live-Voting über den Sieg entscheidet. Das Preisgeld von 2.000 Euro, gestiftet von der Hypo Tirol, ist dabei nur ein Teil der Auszeichnung: Mindestens ebenso wertvoll sind die Bühne vor der Branche, das unmittelbare Feedback aus der Praxis und Kontakte, die weit über den Wettbewerb hinausreichen können.

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Die Finalisten 2026

Heuer überzeugten zwei Projekte, die unterschiedlicher kaum sein könnten: regionaler Genuss auf der einen,
ein unverbauter Sternenhimmel auf
der anderen Seite.

Genuss mit Herkunft

Madeleine Baruk vom MCI verpackt Tirol in eine Kochbox. Das Prinzip erinnert an HelloFresh: Alle Zutaten für ein vollständiges Gericht sind bereits zusammengestellt. Die „AlpBox Tirol“ geht jedoch einen Schritt weiter. Über QR-Codes lässt sich jede Zutat bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgen. Wer den Speck im Gröstl kostet, erfährt, von welchem Hof er stammt, lernt die Menschen dahinter kennen und entdeckt, welche Angebote sie vor Ort bereithalten. So wird aus dem gemeinsamen Kochen ein authentisches Tirol-Erlebnis, das Gäste mit regionalen Produzenten, gelebter Kultur und heimischen Genusswelten verbindet. Und davon haben am Ende alle etwas: Produzenten gewinnen neue Absatzmöglichkeiten, Gastgeber ein emotionales Willkommens- oder Abschiedsgeschenk und die Region eine Möglichkeit, ihre kleinen Betriebe sichtbarer zu machen.

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Hinter jedem Gemüse steckt ein Hof, ein Gesicht, eine Geschichte – die „AlpBox Tirol“ will genau das für Gäste sichtbar machen.
© magnific.com, privat

Tourismus nach Sonnenuntergang

Johann Leopold Bahr – ebenfalls vom MCI – hat erkannt, dass Tirol über eine Ressource verfügt, die in weiten Teilen Europas längst der Lichtverschmutzung zum Opfer gefallen ist: einen Nachthimmel, an dem man tatsächlich noch Sterne zählen kann. Unter dem Namen „Dark Sky Tirol" entwickelte er ein Konzept, das genau diesen Schatz für Gäste erlebbar macht – mit geführten Beobachtungsabenden an geeigneten Standorten sowie Kombi-Angeboten rund um Astronomie und Naturerlebnis. Was den Ansatz besonders interessant macht: Es wird kaum zusätzliche Infrastruktur benötigt, und weil der Sternenhimmel keine Saison kennt, könnte das Konzept die ruhigeren Monate zwischen den Spitzenzeiten beleben.

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Über Tirols Bergen zeigt sich der Nachthimmel noch in ungetrübter Dunkelheit und bildet damit die Grundlage für das innovative Tourismuskonzept von Johann Leopold Bahr.
© magnific.com, privat

Text: Stefan Kröll und Florian Neuner

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